Trendreport 2017: Migration, Rezession, „Regression“ und Ressentiment

Print page

Es ist jetzt vier Jahre her, dass zuletzt ein sogenannter „Trendreport“ auf dem REMID-Blog erschienen war (vgl. Trendreport 2013). Was ergibt ein Blick auf die „geistige Situation der Zeit“ – Untertitel von „Die große Regression“ (hrsg. von Heinrich Geiselberger, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2017) mit Bezug auf das Werk „Die geistige Situation der Zeit“ des Philosophen und Psychiaters Karl Jaspers von 1932 sowie auf die (ökonomische) Rede von einer „Großen Rezession“ seit 2008 (vgl. dazu insbesondere den Beitrag von César Rendueles, S. 233-252)? Kann sich ein „Trendreport“ überhaupt noch mit einer lediglich nationalen Perspektive – also auf das Religions- und Weltanschauungsgeschehen Deutschlands – begnügen?

Die Entwicklung der religiösen oder weltanschaulichen Felder in dieser genannten bundesdeutschen Perspektive sei bereits kurz vorab skizziert, um anschließend eine internationale Dimension einfließen zu lassen, welche erstgenannten Ereignisse abschließend einzuordnen helfen soll.

Den Eintritt in die Empirie soll eine Grafik machen, welche aus den REMID-Datenblättern mit den Bezugsjahren 2005 bis 2015 gezogen wurde. Die Veröffentlichung einer Jahresstatistik ist abhängig von der Evangelischen Kirche Deutschlands, die ihre Statistiken später als die Deutsche Bischofskonferenz oder die Zentrale Wohlfahrtstelle des Judenstums veröffentlichen (es handelt sich also um die Datenblätter 2007-2017).

 

 

Anstieg der Orthodoxie

Deutlich erkennbar ist die Abwärtsbewegung bei katholischer Kirche und evangelischen Landeskirchen. Letztere stürzen am steilsten ab. Diese Differenz hängt nicht mit Kirchenaustritten zusammen, sondern – vermutlich – mit europäischer Binnenzuwanderung, welche den Abwärtstrend der Katholiken etwas abfedert. Der Abwärtstrend beim Judentum ist in dieser Grafik nicht gut erkennbar, dafür bereits die Andeutung eines Aufwärtstrendes beim Feld Orthodoxe, orientalische und unierte Kirchen. Erst nach dem Erstellen dieser Grafik wurde dabei ‚entdeckt‘, dass es noch viel stärkere Zuwächse bei der Orthodoxie gegeben hat (die dann in Bezugsjahr 2016 einfließen werden). Der Wert steigt von 1,6 Mio. auf 1,9 Mio. Überhaupt geht es – wie die Kurve „Keine Zuordnung“ verrät – nicht um plötzliche Anstiege, sondern um einen kontinuierlichen Prozess, der seit 2011 fortschreitet, auch wenn er somit erst später in der Statistik abgebildet werden wird (und unerkannte religiöse Zugehörigkeiten zunächst bei „Keine Zuordnung“ ‚landen‘). Eigentlich hat der Anstieg von „Keine Zuordnung“ aber bereits 2007 begonnen, die Korrektur der Bevölkerungszahl durch den Zensus 2011 zeigt aber auch, dass Behördendaten und Migration insofern auseinanderfallen, als dass es eben nicht notwendig um Immigration geht (ein Teil hat das Land wieder verlassen). Jedenfalls könnte Transmigration der Grund dafür sein, dass nach dieser Korrektur die Kurve von „keine Zuordnung“ mit 23,6 Mio. 2011 wieder nahe an den 23,5 Mio. von 2007 war. Das BAMF hat außerdem Asylerstanträge der Religionszugehörigkeit „Christentum“ zugeordnet (Das Bundesamt in Zahlen): ca. 42.600 (24,6%; 2014), ca. 61.000 (13,8%; 2015) und ca. 88.100 (12,2%; 2016), also ca. 190.000, die bisher nur in neuen Zahlen der Eritreisch Orthodoxen Tewahedo Kirche (15.000) und vielleicht bereits teilweise in die Eigenangabe 100.000 der „Altorientalischen“ Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien von 2014 eingeflossen waren. Eine Schätzung zur Bevölkerungszahl 2016 ist einer Pressemitteilung von Destatis zu entnehmen: 82,8 Mio. (2015: 81,2 Mio.). Bei den Asylerstanträgen 2016 wurden ca. 548.000 bzw. 75,9% der Religionszugehörigkeit Islam zugerechnet (BAMF, Das Bundesamt in Zahlen 2016, S. 23), so dass für Bezugsjahr 2016 ein Wert von 5,0 Mio. wahrscheinlich ist. Diese Werte in die Tabelle eingesetzt, verbleiben aktuell 26,3 Mio. in der Kategorie „Keine Zuordnung“ – unter Beibehaltung der Zahlen der Amtskirchen für 2015; allerdings sind es nur 24,6 Mio. unter Beibehaltung der Bevölkerungszahl von 2015. Und diese Differenz muss wiederum mit europäischer Binnenmigration zusammenhängen, die Asylerstanträge von Muslimen und Christen 2016 wurden ja bereits eingerechnet, und noch spricht nichts dafür, die Anfang 2017 neu eingeführte Kategorie Yeziden auf 0,2 Mio. zu erhöhen (Asylerstanträge laut BAMF, Das Bundesamt in Zahlen: ca. 6.400 [3,7%; 2014], ca. 18.560 [4,2%; 2015] und ca. 42.600 [5,9%; 2016]; auch ein leichter Anstieg beim Hinduismus reicht noch nicht für eine 0,2 M.). Also eher innerchristliche Pluralisierung ist im vollen Gange. Vollkommen unbekannt ist noch, wie sehr sich das auf das Feld „Freikirchen und Sondergemeinschaften“ ausgewirkt hat. Eine noch nicht empirisch belegbare These wäre allerdings, dass auch die sogenannten „Konfessionslosen“ auf dem Rückzug sind, die Kurve „Keine Zuordnung“ eigentlich ebenfalls abwärts gehen müsste, wären alle religiösen Zugehörigkeiten vollständig erfasst.

Mindestens 22,6 Millionen „Säkulare“?

Dabei ist völlig unbekannt, wer diese Menschen ohne Zuordnung sind. Sie gemäß einer Säkularisierungsthese als „Konfessionslose“ zu fassen, ist in mehrfacher Hinsicht diskriminierend (vgl. Arik Platzek: Religionswissenschaftler verringern Konfessionsfreien-Diskriminierung, Diesseits, 16.2.2017). Neu eingeführt wurde im Januar eine Zahl der Organisierten Konfessionsfreien, welche neben direkten Mitgliedschaften ein „Umfeld“ berücksichtigt. Diese Zahl setzt sich zusammen aus 0,05 Mio. an Mitgliedschaften und 0,35 Mio. sogenanntes „Umfeld“. REMID versucht hiermit, neben kirchenförmigen auch bewegungsähnliche Vergemeinschaftungen zu berücksichtigen. Die Kategorie des „Umfeldes“ entstammt der Erforschung von neuen religiösen Bewegungen, findet aber auch Anwendung in z.B. der Rubrik der „Freikirchen und Sondergemeinschaften“:

„Es gibt zahlreiche Gemeinschaften, die eine explizite, formale Mitgliedschaft ablehnen und in denen sich gleichwohl eine Gemeindebildung vollzogen hat. Bei anderen Gemeinschaften wiederum ist nur ein relativ kleiner Kreis von Menschen über eine formale Mitgliedschaft an die Gruppe gebunden, während eine größere Zahl zur ‚Gemeinde‘ gehört. Hier versucht die REMID-Liste, mit der genannten Zahl denjenigen Personenkreis anzugeben, der aktiv mit einer Gemeinschaft verbunden ist. Besteht ein bestimmbares sog. Umfeld, das z. B. wie im Falle von ISKCON [Hare-Krishna-Bewegung; Anm.] relativ regelmäßig an Veranstaltungen teilnimmt, ohne selbst ein Mönchsgelübde abgelegt zu haben und auch nicht alle in der Gemeinschaft gelehrten Lebensregeln beachtet, ist dies – sofern möglich – mit angegeben“ (Erläuterungen zur REMID-Statistik der Mitgliederzahlen von Religionsgemeinschaften, 2001).

In dieses Umfeld fließen aktuell sieben Werte, von denen die beiden größten eine Umfeldangabe des Humanistischen Verbandes Deutschlands (300.000) und die Angabe Personenpotenzial „Linksextremismus“ des Verfassungsschutzes sind (2015: 26.700; 2014: 27.200). In der Diskussion der Humanist_innen und Atheist_innen des angloamerikanischen Raumes gibt es das Argument, viele würden sich nicht trauen, in öffentlichen Umfragen ihren Atheismus zuzugeben. Trotzdem ist es vielleicht nicht weit her geholt, anzunehmen, dass ein Zurückweisen von Identitätskategorien wie „Gott“, „übernatürliche Macht“ oder „Religiosität“ aus diesen Menschen noch nicht notwendig Atheist_innen macht:

Aus dem REMID-Netzwerk erfolgte der Hinweis auf Anja Gladkich / Gert Pickel (2013): Politischer Atheismus – Der „neue“ Atheismus als politisches Projekt oder Abbild empirischer Realität?. In: Politik und Religion Im Vereinigten Deutschland: Beiträge Zu Problemen von Säkularisierung und Kulturellem Pluralismus. Hrsg. von Gert Pickel, Oliver Hidalgo, Wiesbaden: Springer. Ausgehend von Daten aus dem Projekt „Kirche und Religion im erweiterten Europa“ (KuRiE 2006) von Detlef Pollack und Gert Pickel kommen für n = 1264 befragte Personen folgende Aussagen ihrer Überzeugung jeweils am nächsten: ‚Es gibt einen persönlichen Gott‘ (25,1%), ‚Es gibt so etwas wie ein höheres Wesen oder eine geistige Macht‘ (40%), ‚Ich bin mir nicht sicher, woran ich glauben soll‘ (7,1%), ‚Ich glaube eigentlich nicht, dass es Gott, irgendein höheres Wesen oder eine geistige Macht gibt‘ (18,2%), ‚Ich bin Atheist‘ (9,7%). (aus: „Wer sind die Konfessionsfreien?“, 2012).

Nach diesen Zahlen käme man mit einer Bevölkerungszahl von 82,4 Mio. (2006) auf eine Ausgangssituation mit ca. 8 Mio. Atheist_innen zuzüglich weiteren 15 Mio. tendenziellen Agnostiker_innen („Ich glaube eigentlich nicht“) sowie 6 Mio. tendenziell Suchenden („nicht sicher“). Unklar ist, welcher Anteil dieser 23 bis 29 Mio. tatsächlich den Schritt des Kirchenaustritts ging. Rechnet man die oben bereits zitierte Kirchenaustrittsstatistik 1990-2015 zusammen, erhält man jedenfalls ein Personenpotenzial von 8,9 Mio., welches den 8 Mio. Atheist_innen der KuRiE-Daten ziemlich nahekommt. Andererseits übergeht diese Überlegung die tendenzielle Konfessionslosigkeit Ostdeutschlands (ohne Berlin Ende 2015: 12,6 Mio.; 1991 bis 2012 verringerte sich die ostdeutsche Bevölkerung allein durch die Ost-West-Wanderung um rund 1,1 Millionen Personen). Auch wenn diese Zahlenspielerei aus diversen Gründen problematisch ist, diese 22,6 Mio. als eine vermutete Größenordnung der tatsächlich „Säkularen“ zur Hypothese zu erheben, lässt es zumindest als Überlegung zu, dass weitere 3,3 Mio. (für Bezugsjahr 2016) noch unerkannte religiöse Zugehörigkeiten haben könnten. Ein unbekannter Anteil dürfte ebenfalls „säkular“ im hier nahegelegten strengen Sinne sein, ansonsten aber geht es um orthodoxe, katholische oder freikirchliche (auch lutherische und reformierte) europäische Binnenmigration (für 1,6 Mio. davon können dabei bereits orthodox und römisch-katholisch ausgeschlossen werden).

Nachtrag (Sept. 2017): Bei der Neuberechnung der Orthodoxie ist ein kleiner Fehler passiert, genauer bei der Beurteilung der Angehörigen der Rumänisch-Orthodoxen Kirche. Der neue Wert ist 1,9 M. Dadurch verändert sich auch der Wert „Keine Zuordnung“ für 2016 auf 26,3 M. Andere spätere Anpassungen werden in diesem Nachtrag zu einem Artikel nicht berücksichtigt.

 

 

Spaltung der Gesellschaft – quer durch die weltanschaulichen Felder

Auch russischsprachige Zeitschriften über Esoterik und Astrologie am Bahnhofskiosk oder – mit rechtsextremen Tendenzen – ‚postsowjetische‘ neue religiöse Bewegungen in Deutschland deuten auf wahrscheinliche Zuwächse im Bereich „Neue Religionen / Esoterik“ hin, auch wenn diese möglicherweise nur einen demographischen Prozess der Überalterung und des Mitgliederschwundes ‚klassischer‘ neuer religiöser Bewegungen ausgleichen mögen und daher keine Veränderung in den Zahlen auftritt. Genannt wird dieses Beispiel auch deswegen, da es eine andere Breitenwirkung hat im Unterschied zu orthodoxen Gemeindeneubildungen oder z.B. zu der Muslimbruderschaft nahestehenden islamischen Vereinen (zu letzteren später mehr). Es geht hier weniger um transnationale Religions- und Weltanschauungspflege in der Diaspora, sondern um Akte der Übersetzung und Anpassung an ein deutschsprachiges Zielpublikum, welches diese Inhalte über die gemeinsamen Nenner „Verschwörung(stheorie)“ und „Esoterik“ bzw. „Alternative Lebensweisen“ rezipiert. Zugleich ist die Esoterik und alternativ-spirituelle Sphäre genauso ‚gespalten‘ in ihrer Repolitisierung wie alle anderen Kategorien, die allesamt auf die eine oder andere Weise betroffen sind.

Um beim Feld „Neue Religionen und Esoterik“ zu bleiben, die Awakening Women Tempelgruppen z.B. bieten eine weibliche Spiritualität für die moderne Frau. Das Angebot ist mit Gruppen in Australien, Belgien, China, Dänemark, England, Finnland, Frankreich, Indien, Kanada, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Russland, USA unmittelbar international aufgestellt. Voraussetzung für eine Listung ist: „Du hast an mindestens einer Awakening-Women-Veranstaltung teilgenommen. Du hast das Handbuch ‚Gründe deine eigene Frauen-Tempelgruppe‘ gelesen. Die Gruppe, die du listen möchtest, folgt der Intention des 
Handbuchs“. Selbstbeschreibung: „Wir sind Yoginis, weibliche spirituell Praktizierende. Verwurzelt in einer alten Abstammungslinie, praktizieren wir verkörperte Spiritualität in unseren Leben als moderne Frauen“. Ein anderes Beispiel wären die Channelings von „Abraham“ durch Esther Hicks. Zugehörig ist ein Forum für Bewusste Realitätsgestaltung, getroffen wird sich in vier Meetup-Gruppen (Positive Living Network Heidelberg, Law of Attraction Group Berlin, Berlin Science and Spirituality Meetup, Berlin Self Development Group). Die gechannelte Wesenheit ist dabei eine besondere Art „Coach“: „When you manage to stay connected to your Energy stream, you always win“. Überhaupt eignen sich z.B. Channelings oder Schamanismus besonders gut, um internationale, translokale Netzwerke zu entwickeln. Laut Haringke Fugmann (Kern-Schamanismus aus theologischer Sicht, München 2013, S. 12; zit. nach EZW MD 3/17) befassen sich in D. ca. 50.000 Menschen „in irgendeiner Weise mit“ Schamanismus.

 

Das katholische Bistum Münster verbindet ein Veranstaltungsplakat mit einer politischen Ächtung der AfD und einem Plädoyer für eine offene Gesellschaft. Die Twitterreaktion wähnt „grün-linke Propagandisten“ in den Diozösen.

 

Die Themen, anhand derer diese Spaltung ausgemacht werden kann, sind (1) die identitäre Aufladung von Islambild und „Abendland“ unter dem verzerrten Eindruck einer vornehmlich muslimischen Immigration, (2) traditionelle Familien- und Geschlechterkonzeptionen stehen modernen Lebensweisen, der Errungenschaft eines sexuellen Selbstbestimmungsrechtes sowie ökonomisch bedingten Erschwernissen beim Vollzug traditioneller Familienkonzepte gegenüber, (3) „natürliche“, „einfache“, „völkische“ Gemeinschaftlichkeit und antielitäre Ressentiments begegnen einer Orientierung am Konzept eines selbstwirksamen Individuums, welches die Realität bewusst gestaltet und nicht nur im ökonomischen Wettbewerb „gewinnt“ (und damit selbst Elite wird), (4) die konzeptionell notwendige Union von (kulturellem) „Fortschritt“ und wissenschaftstheoretischen Entscheidungen mit politischer Dimension (von Klimaforschung über Gender Studies bis zur Sozialpsychologie) einerseits und die logisch anschließende „Vermarktung“ als Optimierungspotenziale für Unternehmenskultur und Produktdesign wird zum Anlass genommen für eine „Fundamentalopposition“. Dabei besteht – eigentlich – eine grundsätzliche Beliebigkeit, die es eben auch erlaubt, dass sämtliche Felder Lager zu bilden scheinen. Man kann auch von einer postmodernen Brechung klassisch-moderner Konzepte wie „Nation“, „Klasse“, „Familie“, „Geschlecht“ etc. sprechen (vgl. dazu die Beiträge des eingangs erwähnten Suhrkamp-Bandes). (5) kann Antisemitismus auf allen Seiten gefunden werden, sei es als die „strukturelle“ Variante, in der die vermutet verkommene Moral sogenannter „Eliten“ letztlich auf eine Gleichsetzung mit dem „Weltjudentum“ abzielt, sei es in der Gleichsetzung von Islamophobie bzw. Islamfeindlichkeit mit dem Antisemitismus des Dritten Reiches oder sei es in der Beurteilung israelischer Politik als „Israelkritik“. Zudem begegnet Antisemitismus durch Menschen mit muslimischen Hintergrund Menschen jüdischen Glaubens, die jetzt AfD wählen, und Medien, welche aktuell bemüht scheinen, Antisemitismus als Teil einer Anti-Islam-Agitation zu instrumentalisieren – in Verzerrung der tatsächlich grundsätzlich stärker antisemitischen Grundstimmung in der Bevölkerung. Und die Erwähnung (auch) des (strukturellen) Antisemitismus ist eben gerade kein Lager-Bekenntnis, sondern die Verquickung von Weltverschwörungstheorie als einfachem Antikapitalismus mit Geheimgesellschaften und Judentum hat historische Gründe. Zugleich könnte eben auch stimmen, was César Rendueles‘ Zitat von Anselm Jappe ausdrückt, dass „der Diskurs der ’99 Prozent gegen das Eine Prozent‘ irreführend ist“. Rendueles schreibt weiter:

„Bisweilen stellen wir uns den Postkapitalismus als eine Art Kapitalismus ohne Kapitalisten vor – als wäre unsere Gesellschaft von Solidarität bestimmt und als würden wir nur einige kleine Korrekturen benötigen, um die (vor allem im IT-Bereich) bestehenden Kooperationspraktiken ausweiten zu können. […]
Wenn wir die Katastrophe vermeiden wollen, müssen wir von der Radikalisierung der Normalität zur Normalisierung des Bruchs übergehen. Und das bedeutet, dass wir nicht nur mit einer Handvoll Profiteuren des globalen Finanzkasinos, sondern auch mit jenen Aspekten unseres eigenen Lebens in Konflikt treten müssen, die ihrerseits Bestandteil der kapitalistischen Barbarei sind“ („Globale Regression und postkapitalistische Gegenbewegungen“, in: „Die große Regression“, a.a.O., S. 249ff.).

 

Psychiater ohne Couch

(6) stehen damit kulturalistischer Rassismus und struktureller Antisemitismus einem das asymmetrische Verhältnis noch verstärkenden psychiatrisch-pädagogischen Duktus der sich als „progressiv“ einschätzenden Positionen gegenüber. Dieser zeigt sich in der Aktualisierung einer auch psychiatrisch motivierten Blicknahme auf die „geistige Situation der Zeit“ durch Karl Jaspers 1932, in der schwierigen Wahl, in der ein(e) „Linke(r)“ entscheiden muss, ob sie oder er – jenem psychiatrischen Paradigma folgend – das Ressentiment als Protestwillen in Unkenntnis der Sachlage umdeuten möchte (und das gelingt nicht immer so höflich wie bei Rendueles), oder ob sie oder er beginnt, „völkischen“, „identitären“, „nationalen“ „Bedürfnissen“ das Wort zu reden (d.h. selbst rechts agitiert). Umgedreht bewirkt dieser psychiatrische Duktus eine Verstärkung von „fundamentaloppositionellen“ Gesten. (7) dabei erhalte ich als Leser des hier relevant gewordenen Suhrkamp-Bandes eher den Eindruck, dass eigentlich keine(r) der Autor_innen wirklich weiter weiß, weder die eher linken noch die eher liberalen Positionen. Das wird auch mehr oder weniger jeweils eingestanden. Gerade einer letztlich konservativen Position scheint eher ein (scheinbares) Angebot an die Zukunft zu gelingen:

„Der metaphysische Urknall unserer Zeit bedroht nicht nur diese eitlen Projekte, die Identitätspolitik der Eliten, sondern die Demokratie schlechthin. Seit dem späten 18. Jahrhundert hat man Religion und Tradition ständig kritisiert in der Hoffnung, rational eigennützige Individuen könnten eine liberale politische Gemeinschaft bilden, die ihre gemeinsamen Gesetze bestimmt und die Würde wie auch die gleichen Rechte ihrer Bürger ohne Ansehung der ethnischen Zugehörigkeit, der Rasse, der Religion und des Geschlechts sichert. Diese Grundprämisse der säkularen Moderne, bislang von religiösen Fundamentalisten gefährdet, wird heute von gewählten Demagogen in ihren Kernlanden, Europa und den Vereinigten Staaten, bedroht. […]
Unsere quantitative Fixierung auf das, was zählt und darum gezählt und analysiert werden kann, schließt allzu lange schon aus, was nicht zählt: subjektive Gefühle. Die Religion der Technologie und des Bruttoinlandsprodukts und die aus dem 19. Jahrhundert überkommene krude Kalkulation der eigenen Interessen beherrschen seit nahezu drei Jahrzehnten die Politik und das intellektuelle Leben. Heute offenbart die Gesellschaft aus offenkundig um den rationalen Markt organisierten unternehmerischen Individuen ein unerhörtes Ausmaß an Elend und Verzweiflung und löst eine nihilistische Rebellion gegen Ordnung schlechthin aus“ (Pankaj Mishra, Politik im Zeitalter des Zorns. Das dunkle Erbe der Aufklärung, in: „Die große Regression“, a.a.O. S. 175-195, Zitate S. 190 u. 193).

Es bleibt am Ende ebenso wenig konkret wie die nahezu ‚mystische‘ formelhafte „Normalisierung des Bruchs“ bei Rendueles oder die Rezeption von Antonio Gramscis Begriff des „Interregnums“ als einer „Zeit von unbestimmter Dauer, in der eine alte Ordnung schon zerbrochen ist, eine neue aber noch nicht entstehen kann“: „Wie die neue, erst noch hervorzubringende Ordnung aussehen wird, ist, was im Wesen eines Interregnums liegt, ungewiss“ (Wolfgang Streeck, „Die Wiederkehr des Verdrängten“, in: ebd., S. 252-273, Zitat S. 265; auch im Aufsatz von Slavoj Žižek, S. 293-313). Jedenfalls ist zu vermuten, dass diese Brüchigkeit der Legitimation des psychiatrischen Paradigmas wiederum verstärkend auf das Moment von „Fundamentaloppositionen“ einwirkt, das Ressentiment also befeuert.

Beispielhafte Meldungen

Es sei an dieser Stelle abschließend noch als nachholend einzubringende Empirie aus dem Nachrichtenteil des REMID-Rundbriefes Nr. 1 (2017) zitiert, welcher die von REMID auf Twitter gesammelten Meldungen zur Ausgangsbasis hat. Besonders die Zerrissenheit der christlichen Konfessionen sei betont:

Die hessen-nassauische Kirchenverwaltung setzt beim Christopher Street Day in Darmstadt ein buntes Zeichen der Solidarität mit Homosexuellen und hisst die bunte Flagge der Toleranz (ekhn.de, 20.08.2016). […] Der US-Bundesstaat Texas will transsexuellen Menschen die Geschlechtsumwandlung durch eine Operation erschweren. Laut einer Klage […] sollen Ärzte die Durchführung eines solchen Eingriffs ablehnen dürfen – aus religiösen Gründen, wie der britische Independent berichtet. Kläger ist die katholische Krankenhausgruppe „Franciscan Alliance“ (spiegel.de, 26.08.2016). […] 7.000 Abtreibungsgegner kamen im vergangenen Jahr zum „Marsch für das Leben“ nach Berlin. Seit 2010 organisiert der „Bundesverband Lebensrecht e.V.“ unter dem Vorsitz von Martin Lohmann jedes Jahr die Demo. Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch wird dieses Jahr auch wieder dabei sein […] (correctiv.org, 15.09.2016). […] Papst Franziskus hat auf seiner Reise durch den Kaukasus die Gender-Theorie als „Feind der Ehe“ bezeichnet. „Es gibt heute einen Weltkrieg, um die Ehe zu zerstören“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche italienischen Medienberichten zufolge. „Aber sie wird nicht mit Waffen zerstört“, zitiert ihn etwa der „Corriere della Sera“, „man zerstört sie mit Ideen.“ (spiegel.de, 02.10.2016). […] Der Gipfel des Schafreiters hatte binnen sechs Wochen drei Gipfelkreuze. Das erste wurde gefällt, das zweite von „Identitären“ inszeniert. Das dritte vom Alpenverein soll Frieden bringen (taz.de, 12.10.2016). […] Malta verbietet homophobe Konversionstherapien als erstes Land der Europäischen Union (bbc.com, 07.12.2016). […] Am Freitagabend haben acht Rechtsextremisten den Turm der Dortmunder Reinoldikirche besetzt und sich dort verbarrikadiert. Sie hängten ein Transparent über die Brüstung und zündeten auf dem Kirchturm Pyrotechnik. Mit Unterstützung der Feuerwehr musste die historische Tür am Turm mit schwerem Gerät zerstört werden, damit die Extremisten von der Plattform geholt werden konnten. Im Umfeld der Kirche befanden sich zur gleichen Zeit weitere Rechtsradikale, die Flugblätter verteilten (spiegel.de, 17.12.2016).

So wie identitäre rechtspolitische Bewegungen christliche Symbole für sich zu beanspruchen beginnen, stehen Atheismus, Humanismus und Religionskritik für eine Instrumentalisierung, um gegen „den Islam“ zu agitieren, offen, genauso wie für Plädoyers zu offenen, liberalen Gesellschaften: Baden-Württembergs stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl hat in einer Talkshow Atheisten in die unmittelbare Nähe zur „Gedankenwelt“ der AfD gerückt. Das wollten Atheistinnen und Atheisten aus Karlsruhe und Umgebung nicht unwidersprochen hinnehmen (hpd.de, 13.10.2016). Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt im Fall eines Schülers aus Rendsburg in Schleswig-Holstein, der einem Schulausflug in eine Moschee fernblieb. Die Eltern des 13-Jährigen wollten offenbar aus  „weltanschaulichen Gründen“ nicht, dass ihr Sohn mit seiner Erdkundeklasse ein islamisches Gotteshaus besucht. Die Eltern und das Kind gehören keiner Glaubensgemeinschaft an und vertreten die Auffassung, dass man niemanden gegen seinen freien Willen zum Betreten eines Sakralbaus zwingen kann. Der Anwalt der Eltern, Alexander Heumann, engagiert sich in der AfD und ist Mitglied des Vereins „Bürgerbewegung Pax Europa“, der vor einer „Islamisierung“ der Gesellschaft warnt (spiegel.de, 26.10.2016). Auch Buddhist_innen, Hindus, Zarathustrier_innen, Yezid_innen oder Alevit_innen können vereinzelt mit rechtspolitischen Äußerungen auffallen, so wie es inzwischen Selbstbeschreibungen als „linksevangelikal“ gibt.

Abschließender Blick auf das weltanschauliche Feld des Islams

Schließlich sei abschließend ein Blick auf das weltanschauliche Feld „Islam“ geworfen. Zwischen 2012-2016 haben eine Reihe religionswissenschaftlicher Gutachten Islamverbänden in Bundesländern (insbesondere DITIB, aber auch VIKZ u.a.) zur Anerkennung als Religionsgemeinschaft für Vertragsbeziehungen verholfen und dabei für diese Art der Verbände Größenordnungen nahegelegt, die weit über die jeweilige Mitgliederzahl hinausgehen (und entsprechend obiger Erläuterungen eine Einbeziehung eines Umfeldes darstellen).  So gilt für die DITIB in Niedersachsen: „Von geschätzten 235.000 – 266.000 Muslimen und Musliminnen in Niedersachsen vertritt der Landesverband DITIB nach eigener Einschätzung 140.000. Eingetragene Mitglieder in Niedersachsen hat der Verband erst 10.200“ (Klinkhammer 2015). Dieser allmähliche Prozess einer Etablierung gerade der DITIB wurde schließlich durch die Entwicklungen nach dem Putschversuch im Juli 2016, insbesondere die Vorwürfe der Bespitzelung von Gülen-Anhänger_innen durch DITIB-Imame, nachhaltig  zurückgeworfen. Insgesamt gehört der Prozess der Anerkennung in eine seit spätestens 2013 sich vollziehende Entwicklung, zu der auch gehört, dass nach dem sogenannten Bahai-Urteil die Bahai, die Ahmadiyya und schließlich Anfang 2017 der Hindu Shankarar Sri Kamadchi Ampal Tempel e.V. Körperschaftsrechte des Öffentlichen Rechtes erhielten.

Zugleich erscheinen bestimmte kleine Vereine, oft letztlich vom Zentralrat der Muslime abhängig, einerseits als ideale Ansprechpartner für die Zivilgesellschaft, tauchen andererseits dann aber Jahre später in einem neuen Verfassungsschutzbericht als mit der Islamischen Gemeinschaft Deutschlands (IGD) in irgendeiner Weise assoziiert wieder auf – mit der Markierung ‚Nähe zur Muslimbruderschaft‘ (das angedachte Beispiel betrifft NourEnergy, das Bilal-Zentrum  in Darmstadt sowie Islamische Informations- und Serviceleistungen e.V. [IIS] im Kontext fairer – und grüner – Islam, s. insb. Nachtrag Mai 2017). Zu diesem Milieu gehört auch die Verwendung des Islamophobie-Begriffes zur Abwehr einer Islamismus-Einordnung. Diese Vereine sind eher mitgliederzentriert, d.h. sie können nicht in gleicher Weise auf einen Pool an potenziellen Besucher_innen zurückgreifen wie der türkische Islam, dafür bilden sie ähnlich neuen religiösen Bewegungen internationale Organisationsstrukturen. Das lässt sich an den überarbeiteten Mitgliederzahlen zum Islam ablesen. Dieses neureligiöse Profil zeigt sich auch an an Veranstaltungskonzepten wie dem jährlichen Event „Vereint im Islam“, einer Kooperation des Islamischen Zentrums Al-Nour e.V.  mit der Schura Hamburg e.V., dem Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland e.V. und der Islamischen Gemeinschaft Deutschland e.V. seit 2012. Auf dieses Event stieß ich nur, weil ich den Namen des Telefonkontaktes des erwähnten IIS in Frankfurt googelte. Ich will nicht beurteilen, ob das (mehrfach gefundene) Referentensein dieser Person auf Veranstaltungen in Kooperation mit der muslimbruder-nahen IGD den Verfassungsschutz zu seiner Einschätzung gebracht haben mag, noch will ich etwas über die Personen auf dieser Referentenliste des Events „Vereint im Islam“ von 2016 aussagen (auch NourEnergy ist wieder vertreten). Jedenfalls ist offensichtlich, dass der Anschluss an die Zivilgesellschaft thematisch gesucht wird: „Weg der Mitte“, „Den Islam beheimaten“, „Agieren statt Reagieren: Muslime, Medien & Gesellschaft“, „Die soziale Arbeit des Propheten“, „Herausforderungen eines neuen Muslims“, „Halal & Fair“, „Jesus (as) – der Sohn der Maria“, „Umweltschutz – die vergessene Verantwortung“…

 

Über die vom Verfassungsschutz ursprünglich etablierte Bestimmung von Islamismus hinausgehend, zumindest lassen die Dialoge das vermuten, setzt Ahmad Mansour diesen wie Alice Schwarzer bereits beim Kopftuch an. Durch das teilweise Inseinsfallen der von „religionskritischen“ Argumenten anvisierten Institutionen und Personen bei z.B. dem „Kopftuch“ verschwimmt in diesem Beispiel auch die Grenze zwischen antimuslimischen Rassismus und Islamkritik als Religionskritik (gerade in der Immunisierung Mansours gegenüber den Antworten). Teilweise wird ihm wiederum mit antisemitischen Äußerungen gekontert. Mansour selbst versteht sich als liberaler Muslime und arbeitet als Psychologe und Buchautor.

Vergleiche auch: Islamkritik und Rassismus. Ein Briefwechsel über einen Essay von Ahmad Mansour (2016)

 

Vielfach wurde dieses Nebeneinander von progressiven modernen Elementen und einem neokonservativen Verständnis z.B. der traditionellen Rollen von Frau und Mann in diesem Milieu mit „Nähe zur Muslimbruderschaft“ als lediglich strategisch gedeutet, häufig auch deshalb, weil es für eine allgemeine Anti-Islam-Agitation erlaubte, den Gedanken einer solchen Strategie der Verschleierung dann beliebig auszuweiten. Tatsächlich sind islamistische Akteure nur ein Beispiel für global vernetzte Pro-Familie-Bewegungen, die „Emanzipation“ z.B. als Begriff für sich beanspruchen und neu – antifeministisch – besetzen. Das als Verschleierungsstrategie zu deuten ist aber ein Missverständnis, da die Rolle der Islambilder in der hier beschriebenen sogenannten „Spaltung“ der weltanschaulichen Felder übersehen lässt, dass dieses weltanschauliche Feld „Islam“ ebenso von der Spaltung betroffen ist (und ebenso, dass in anderen Feldern mit z.B. einem „konservativen Feminismus“ in eine ähnliche Richtung gegangen wird). Dabei ist es vielleicht nicht zielführend, weiterhin in Bezug auf den Islam Terrorismuskritik (die auf einen dschihadistischen Salafismus enggeführt werden kann) mit Wertekritik (und Aufhebungen der Islam-Islamismus-Unterscheidung) zu vermischen – in Abwehr eines Neokonservativismus, dessen eigentliche neue Verführungskraft in Deutschland gerade nicht zuvorderst durch muslimische Missionare (oder die Muslimbruderschaft) entsteht, sondern durch identitäre Aufladungen quer durch alle Milieus, die sich aber je nach den Hassbeziehungen der Ressentiment-Gemengelage potenziell gegenseitig verstärken. Dabei kommt eine tendenzielle Spaltung der Gesellschaften zum Ausdruck, und auch das oft als Feindbild genannte linksliberale „rotgrüne“ Lager wird in diesen Diskurs eingezwungen (obwohl immerschon auch Grüne und SPD mit vereinzelten Parteimitgliedern z.B. auf beiden Seiten der Islamdebatten in Deutschland vertreten waren). Die deutsche Situation reiht sich dabei ein in ein globales Geschehen, von Südkorea bis Brasilien, von der Ukraine bis Großbritannien. Dabei geht es um eine aktuell beobachtbare grundlegende Veränderung der weltanschaulichen Diskurse, bei welcher die islambezogenen Ängste nur einen von vielen Aspekten ausmachen (und ein leichter Zuwachs von muslimischen Geflüchteten in Deutschland einer weit stärkeren europäischen Binnenmigration gegenübersteht, welche das Christentum pluralisiert und revitalisiert). Es mag dabei auch nicht zielführend sein, mit Vokabeln wie „Regression“ zu moralisieren und zu psychologisieren, während tatsächlich ebenfalls unter Experten Ratlosigkeit besteht, wenn auch mit nicht deckungsgleicher Problemlageanalyse, insofern Identitäts-, Sicherheits- und Souveränitätsfragen als auf den Niedergang sozialistischer, sozialdemokratischer und liberaler Utopien antwortend wahrgenommen werden – und als kultureller Ausdruck, als die Stimmung dessen, was  als Begriff für die Zeit nach 2008 „Große Rezession“ genannt worden war.

Christoph Wagenseil

Teilen Sie diesen Artikel:
Email this to someoneShare on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on LinkedInShare on TumblrShare on Reddit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.