Religiöse Vielfalt und politische Gegenwart im Libanon

Einen besonderen Blick auf ein anderes Land ermöglicht uns Christian Witt, Politologie-Student an der Universität Marburg. Nach der Herbstmigration der Bhaktiari im Iran, dem Christentum nicht nur auf den Philippinen, religiösem Pluralismus in Südkorea oder Auroville in Indien widmet sich das aktuelle Interview der religiösen Vielfalt und der politischen Gegenwart des Libanon – einschließlich der Anerkennungspraxis von Religionen, ihrer Beteiligung in der Politik, über Atheismus, westliche Kultur, Antisemitismus und antikes Erbe.

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Homosexualität in den Religionsgemeinschaften Deutschlands

Homosexualität und Religion sind nicht notwendig ein Gegensatz. Die hier im Folgenden zusammengestellten Erklärungen und Positionen zu alternativen Formen der Sexualität aus unterschiedlichen religiösen Strömungen Deutschlands zeigen eine Breite an möglichen Einstellungen. Allerdings gilt eine „fundamentalistische Religiosität“ als einer von drei Faktoren für Homophobie, so Dr. Ulrich Klocke, Sozialpsychologe an der HU Berlin und Diskriminierungsforscher, in der Zeit am 10. Feb. 2014. Er ergänzt, dass laut einer Studie besonders Menschen, die Homosexualität aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen ablehnen, ihre Einstellung bei persönlichem Kontakt zu Homosexuellen überdenken (Cunningham & Melton, 2013). Folgende Zusammenstellung ist bemüht, offizielle Erklärungen im Auszug abzudrucken. Nur in Ausnahmefällen wurden Sekundärquellen herangezogen. Sollte durch Auslassung ein Zitat Ihrer Ansicht nach verfälscht worden sein, bitten wir von REMID um einen entsprechenden Kommentar.

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Amnesty International Report 2012: Religionsfreiheit global im Vergleich

Der neue Amnesty International Report 2012 (PDF) ist vor kurzem erschienen: „Amnesty International beleuchtet in seinem Report die Menschenrechtslage des vergangenen Jahres in 155 Ländern. In 101 Staaten dokumentierte die Organisation Folter und Misshandlung durch die Sicherheitskräfte sowie in 91 Staaten Einschränkungen der Meinungsfreiheit.“ (Pressemitteilung vom 24. Mai). In 35 Länderberichten finden sich Hinweise auf Einschränkung der Religionsfreiheit, elf behandeln sie in einem eigenen Kapitel (ohne die besondere Situation in Nigeria, die ausführlich ebenfalls im entsprechenden Länderbericht behandelt wird). Von den Ländern sind vierzehn christlich dominiert (davon vier orthodox, die übrigen abgesehen von Namibia und Fidschi katholisch), dreizehn muslimisch, zwei buddhistisch und Nepal hinduistisch (ohne China, Nord- und Südkorea, Vietnam und Bosnien-Herzegowina). Unter den Betroffenen finden sich ebenfalls am häufigsten Christen (insbesondere Jehovas Zeugen und Evangelikale), Muslime (insbesondere Ahmadiyya, Ahl-e Haqq, Derwische und Sufis), Buddhisten, Hindus, Bahai und Falun Gong.

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Was forschen ReligionswissenschaftlerInnen in Deutschland?

Vor bald zwei Jahren wurde der Frage „Religionswissenschaft im Aufwind?“ nachgegangen, anlässlich der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Religionswissenschaft (DVRW), die sich 2011 in Heidelberg diesem Thema widmete. Dieses Jahr ist es wieder so weit: „Empirie und Theorie — Religionswissenschaft zwischen Gegenstandsorientierung und systematischer Reflexion„, darum geht es bei der diesjährigen Tagung vom 11.-14. September in Göttingen. Ein solcher Titel bietet einen Anlass, mal nachzufragen: Was forschen ReligionswissenschaftlerInnen eigentlich aktuell in Deutschland?

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„Ein Leben unterwegs – Die Herbstmigration der Bakhtiari“: Crowdfunding in der Wissenschaft

Der Religionswissenschaftler Ben Raßbach (Leipzig) und die Fotografen Maciej Staszkiewicz und Miriam Stanke (Mannheim) begleiteten 2012 die Nomadengruppe der Bakhtiari im Iran: „Zweimal jährlich brechen sie bedingt durch klimatische Bedingungen auf, um ihre Lager zu wechseln“ (vgl. Kurzvideo auf Vimeo). Für eine multimediale Fotoausstellung vom 27. April bis zum 5. Mai 2013 im Leipziger Tipi Westwerk wurde ein Crowdfunding-Projekt ins Leben gerufen. REMID interviewte Ben Raßbach, zur Zeit in Ostkurdistan unterwegs, zu diesem in der Religionswissenschaft noch ungewöhnlichen Schritt.

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Generationen in Konflikt und Wechsel: Von „Jugendsekten“ zur „Gemeinde 2.0“

Karl Mannheim übertrug 1928 das kunstepochale Verständnis von Bewegungen, wie es spätestens seit „Sturm & Drang“ und der Romantik Gang und Gebe wurde, auf den Begriff der „Generationen“. Inhalte und historische Ereignisse sollten es nun sein, welche ein Generationsgefüge bestimmen. Bis dahin waren „Generationen“ lediglich statistisch relevante Einheiten von zumeist 30 Jahren. Auch für die Religionswissenschaft ist dieser Begriff von Relevanz geworden, etwa dadurch dass es gerade der gelungene Generationswechsel sei, welcher zum wichtigen Indiz dafür wird, dass eine Neue Religion sich verfestigt bzw. etabliert. Dieser Generationsbegriff hat einige Konsequenzen nicht nur für Debatten um sogenannte „Sekten“.

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Religion online: Digitale Sinnsucher, virtuelle heilige Stätten und die Rolle des Tabus

Virtuelle Welten haben von Anfang an einen utopischen Charakter – sei es das „Projekt Xanadu“ als früher Versuch einer digitalen universalen Bibliothek 1960 (benannt nach einer Zeile des Gedichtes „Kubla Khan Or A Vision in a Dream“ von Samuel Taylor Coleridge von 1798), sei es die später gebrochene Euphorie eines Stanislaw Lem (vgl. die Artikel des Science-Fiction-Autoren auf Telepolis, insbesondere „Progression des Bösen“ von 2001 im Vergleich mit „Meine Abenteuer mit der ‚Futurologie‘“ von 1997). Überhaupt liegen virtuelle und ideale Welten qua Konstruktionsmoment schon nahe beisammen (vgl. die Einführung des Bandes „Virtuelle und ideale Welten“ von Ulrich Gehmann, Karlsruher Studien zur Technikgeschichte Nr. 8, Karlsruhe 2012). Sinnkonzepte, ob nun weltanschaulich, religiös oder spirituell, spielen also grundsätzlich eine Rolle. Wie es konkret um Religionen in den Neuen Medien bestellt ist, dazu befragte REMID die Religionswissenschaftlerin Anna Neumaier von der Ruhr-Universität Bochum.

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Umgang mit anderen Religionen: Russen dürfen weiter Bhagavadgita lesen

Dass Neue Religiöse Bewegungen es in manchen Ländern schwer haben, ist nicht nur am Beispiel Italien zu sehen, wo eine Liste mit 650 vermeintlich „satanischen“ Gruppen mediale Aufmerksamkeit erzeugt (vgl. Artikel „Des Teufels Netz„). Auch in Russland besteht ein schlechtes Klima für Neue Religionen. Deren angeblich 600.000 bis 800.000 Anhänger erleben ähnliche Stigmatisierungen wie in der vergleichbaren sogenannten „Sektendebatte“ im Deutschland der 1980er und 1990er Jahre vor dem Beschluss der Enquete-Kommission des Bundestages 1998: Die Bhagavadgita der Hare-Krishna-Bewegung (ISKCON) wäre beinahe indiziert worden, nachdem bereits die Schriften des Scientology-Begründers L. Ron Hubbard sowie „68 Publikationen der Zeugen Jehovas und 15 Werke des verstorbenen islamischen Theologen Said Nursi“ als „extremistisch“ eingestuft worden sind.

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Wessen Geistes Kind? Neue Religionen, alte Traditionen und die Crux des Systematikers

Es war ausgerechnet ein Gewaltverbrechen, welches letztes Jahr in den Medien vorübergehend die Frage virulent machte, was eigentlich christlich sei – also z.B. ob die neue christliche Kirche, welche ein Anders Behring Breivik in seinem Manifest einfordert, tatsächlich als eine neue Form von Christentum zu werten sei (vgl. Blogartikel „Was ist eigentlich christlich? Neue Antworten auf eine alte Frage“). Allgemein gültiger waren die dabei zitierten Aussagen eines ökumenischen Impulsreferates: „Das Christentum kann immer nur von einem konfessionellen Standpunkt aus beschrieben werden (als katholisch, protestantisch, lutherisch, calvinistisch, orthodox, freikirchlich …)“; „es gibt nicht ein einziges ’spezifisches‘ Merkmal des Christentums“. Das Problem der Einteilung, unterdrückt man nicht gänzlich den Willen zur Systematisierung, stellt sich genau genommen bei jeder Neuen Religion. Der neutrale Religionswissenschaftler hat es dabei noch schwerer als solche, die „spezifische“ (wesentliche) Merkmale einer Weltreligion zu kennen glauben.

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