Archiv für die Kategorie ‘Protestantismus’
Donnerstag, 13. September 2012
Vor einiger Zeit berichteten wir über Religion und Öffentlichkeit am Beispiel der Medienberichterstattung über die Mormonen. Wie bestimmen Medien das öffentliche Bild einer Religion? Wann interessieren sich Medien für eine Religion? Wie versucht diese, eine eigene Öffentlichkeit zu etablieren? Wie ist das Verhältnis von Religion(en) und Öffentlichkeit? Diesen Fragen soll eine eigene Serie mit Artikeln, Berichten und Interviews nachgehen. Aktuell beschäftigte sich eine Sommerschule des Leipziger DFG-Graduiertenkollegs “Religiöser Nonkonformismus und kulturelle Dynamik” mit dem Thema “Nonkonformismus und Öffentlichkeit” aus religionswissenschaftlicher Perspektive (vom 20. bis 22. Juli in Bad Kösen). Der stellvertretende Sprecher Dr. Thomas Hase konnte bereits zu Beginn des Jahres für ein Interview gewonnen werden (vgl. “In Sekten”? Religiöser Nonkonformismus als Auslöser kultureller Dynamik – aktuelle Ansätze in der Religionsforschung). REMID war vor Ort und berichtet über die vielfältigen Zugänge zum Thema.
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Tags:Aberglauben, Ambiguitätstoleranz, evangelikale Sexualmoral, Fundamentalismus, Habermas, Internet, interreligiöse Kompetenz, Irland, Kolumbien, Laizismus, Mythologisierung, Nonkonformismus, Polen, Religion und Öffentlichkeit, Religionsunterricht, Säkularisierung, Schulbücher, Sektendebatte, Volksfrömmigkeit, vorreformatorische Bewegungen, Weißrussland, Wissenschaftlicher Atheismus
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Samstag, 14. Juli 2012
Bereits die Methodik Friedrich Heilers (1892-1967) verweist auf die problematische Stellung seiner Arbeit zwischen Wissenschaft und Religion, zwischen wissenschaftlicher analytischer Untersuchung der Religionen und charismatischer Offenbarung. Heiler selbst sieht sich in einer solchen Kluft; seine Metaphorik spricht seinem Werk eine Art „Weg der Mitte“ zu, statt mythischen Bildern aus dem Leben des jungen Siddharta Gautama wählt er aber solche aus der Odyssee Homers, um seine Position zu umreißen und schreibt im Vorwort zur fünften Auflage seiner Dissertation „Das Gebet – eine religionsgeschichtliche und religionspsychologische Untersuchung“ (München: Ernst Reinhardt 1923, 5. Auflage [Erstausgabe 1918]): „Die Charybdis des modernen ‚Objektivismus’ ist nicht minder gefährlich wie die Scylla des liberalen ‚Subjektivismus’“ (Heiler 1923, S. XI).
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Tags:Ethnische Religionen, Gebet, Klassiker, Meditation, Mystik, Prophetentum, Psychologismus, Religion im Singular, Religionsphänomenologie, Religionstheologie, Urmonotheismus, Versenkung
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Samstag, 09. Juni 2012
Unter Rückgriff auf unsere REMID-Statistik über Religionen und Weltanschauungen in Deutschland erschien letzte Woche ein Artikel von Frank Patalong auf Spiegel online “Unter Gottlosen”: “In Deutschland gibt es laut Informationsdienst nicht einmal 37.000 organisierte ‘Konfessionslose und Atheisten, Humanisten und Freidenker’. In der Liste der religiösen und weltanschaulichen Gemeinschaften stehen sie fast direkt vor den Freimaurern, Scientology und dem Deutschen Yoga Dachverband.” Es handele sich zwar um “[s]olide Zahlen”, aber nicht um ein “realistisches Abbild der Verhältnisse”, denn z.B. “[s]atte 53 Prozent aller Deutschen glauben laut der EU-Umfrage Eurobarometer nicht mehr an einen Gott”. Michael Schmidt-Salomon von der Giordano-Bruno-Stiftung spricht im humanistischen Pressedienst von einem neuen “säkulare[n] Selbstbewusstsein” und verweist auf die Ergebnisse der im Spiegel-Artikel geschalteten Umfragen, “an denen sich rund 25.000 SPIEGEL Online-Leser beteiligten. Denn mehr als 53 Prozent der Teilnehmer gaben an, konfessionsfrei und nichtgläubig zu sein. Weitere 20 Prozent stuften sich als nichtgläubig ein, obwohl sie nominell (noch?) einer Religionsgemeinschaft angehören”. Handelt es sich, je nach dem, was man darunter versteht, wirklich um mehrheitlich “religionsfreie Menschen”? Legte nicht erst vor kurzem eine Bielefelder Studie nahe, dass jeder zweite Deutsche eher “spirituell” als “religiös” eingestellt sei? Wer sind die Konfessionslosen bzw. -freien?
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Tags:Agnostizismus, Atheismus, Dritte Konfession, Freidenker, Freireligiöse, Humanismus, Konfessionsfreie, Konfessionsgebundenheit, Konfessionslose, Religionsstatistik, Säkularisierung, Spiritualität
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Freitag, 18. Mai 2012
Anlässlich des Gebrüder-Grimm-Jahres veranstaltete REMID am 30. April einen Vortragsabend. Die Marburger Brüder-Grimm-Stube war gut besucht. Im Gegensatz zu vielen Darstellungen des Märchens als universale Erzählform mit vornehmlich ursprünglich oraler Verbreitung wurde seine besondere Rolle als Produkt der europäischen Geschichte betrachtet. Das Mittelalter kennt im eigentlichen Sinn keine Märchen (auch wenn heute manches als solches verkauft werden mag). Das Märchen besteht streng genommen nur als “Kunstmärchen” und ist zu unterscheiden von Textformen wie dem Artusroman, der Heiligenlegende, dem Heldenepos, dem Schwank oder der Aesop nachempfundenen Tierfabel. Das Pentameron (1634-36) zeigt sogar, dass Märchen als Textgattung in Abhängigkeit stehen können zur im Humanismus entwickelten Form der Novelle: Titel und Struktur des Werkes sind an Giovanni Boccaccios Novellensammlung Decamerone (1349-1353) orientiert. Letztlich liegt einfach ein schwerwiegendes Missverständnis vor: Das Märchenhafte des Mittelalters ist ein Resultat der inneren Kritik der Aufklärung seit der Reformation in Europa. Erst durch diese Filter und unter Reflexion der Erfahrungen im Kolonialismus, in der Romantik, im Nationalismus usf. wurden Märchen heute das, was sie unterstellen immer schon gewesen zu sein: zum Ausdruck einer universellen Stimme des Mythos (wie des kollektiven Unbewussten).
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Tags:Aberglauben, Antisemititsmus, Aufklärungsphilosophie, Esoterik, Fantasy, Hexenverfolgung, Horror, Indien, Magie, Märchen, Mittelalter, Neugermanentum, Neuplatonismus, Okkultismus, Orientalismus, Postcolonial Studies, Postkolonialismus, Rassismus, Renaissance, Rosenkreuzer, Schwärmerei, Wicca
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Freitag, 11. Mai 2012
Die Wiederbelebung sogenannter “heidnischer” Religionen setzte zwar gleichzeitig mit der Entwicklung der Nationalismus-Idee ein, doch ist das aus christlicher Perspektive konstruierte Konzept des Paganen ebenso offen für Universalisierungen. So unterscheiden sich frühe Versuche keltischer Orden in Anlehnung an die Freimaurerei in England stark von heutigen populären Bewegungen wie Wicca, modernen Schamanismus oder den meisten ethnisch konstruktiven Formen von Paganismus (keltisch, germanisch, slawisch, römisch, griechisch usf.). Entsprechend speziell sind biologistisch-rassistische Konzepte sogenannter “arteigener Religion” im deutschsprachigen Raum vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Zeit des Nationalsozialismus. Als interdisziplinäre Arbeit zwischen Neuerer Geschichte und Religionswissenschaft entstand an der Universität Hannover Jörn Meyers‘ Studie „Religiöse Reformvorstellungen als Krisensymptom? Ideologen, Gemeinschaften und Entwürfe ‘arteigener Religion’ (1871-1945)“. REMID interviewte den Autoren.
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Tags:Antisemitismus, Ariosophie, Biologismus, Deutschchristentum, Heidentum, Neue Religiöse Bewegungen, Neugermanentum, Okkultismus, Paganismus, Rassismus, Rechtsextremismus, Sozialdarwinismus, Theosophie
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Freitag, 04. Mai 2012
Ob es bei der Deutschen Bank um den Ackermann-Nachfolger Anshu Jain und seine Herkunftsreligion, den Jainismus, geht oder um aktuelle US-Präsidentschaftskandidaten – auf einmal spielen die auf diese Weise ins Gespräch kommenden Religionen in den Medien eine Rolle. Während die Medien auf diese Weise Privates in das Blickfeld des öffentlichen Interesses erheben, spielen Religionen als öffentlicher Akteur selbst zunehmend eine marginaler werdende Rolle – zumindest äußern Vertreter der Religionen solche Wahrnehmungen mit Besorgnis (man vgl. Blog-Artikel “Wie steht’s mit der Offenheit für Religionen in Großbritannien? – Die Baroness, der Papst, die Jedi-Ritter und die Medien“). REMID möchte zu diesem Fragenkomplex eine Artikelserie starten, die mit interessanten Beiträgen aus verschiedenen Perspektiven das aktuelle Verhältnis von Religionen und Öffentlichkeit erörtert. Den Anfang macht ein Interview mit Dr. Ralf Grünke, Sprecher der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage als stellvertretender Direktor des Europäischen Büros für Öffentlichkeitsarbeit.
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Tags:Amerika, Denomination, Deutschland, Erweckungsbewegungen, Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Mormonen, Religion und Öffentlichkeit, Tonga
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Freitag, 30. März 2012
Der insbesondere durch die Medienwahl und Spracheinschränkungen bedingte quasi-nationale Blickwinkel auf die Welt ist oft blind für globale Zusammenhänge. Das gilt auch für religiöse Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) bzw. überhaupt für die Grade internationaler Vernetzung religiöser Gemeinschaften einerseits wie für das Netzwerken in einer fernen “Diaspora”. Der Begriff, der ursprünglich die “Zerstreuung” des Judentums nach der Zerstörung des Zweiten Tempels bedeutete, bezeichnet in den Arbeiten von Robin Cohen die gemeinschaftsstiftende Erinnerung an einen Migrationsbezug. Zu transnationalen religiösen NGOs insbesondere im Kontext der Vereinten Nationen – das ist der Forschungsgegenstand eines aktuellen Projektes des Instituts zur Erforschung der religiösen Gegenwartskultur der Universität Bayreuth -, aber auch zur Rolle von sogenannten “Migrantenvereinen” für die Integration interviewte REMID den Leiter des Forschungsprojekts, Dr. Karsten Lehmann.
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Tags:community-Kirchen, Diaspora, Friedens- und Konfliktforschung, Menschenrechte, Migration, Politologie, Religiöse Nicht-Regierungsorganisation, Religious Non-Government-Organisation
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Sonntag, 11. März 2012
Es war erst am 1. Dezember 2011, dass die Reformierten und Katholischen Zentralschweizer Kirchen und die Stadtmission die Aufhebung der Beratungsstelle Religiöse Sondergruppen und Sekten in der Schweiz beschlossen. Der Verein soll bis Ende Juni 2012 aufgelöst worden sein. Dazu heißt es im letzten Newsletter der kirchlichen Berater: “Heutige Menschen sind nicht weniger religiös als Menschen früherer Generationen. Sie machen sich einfach anders auf ihre persönliche Suche. Gefragt sind Angebote, die von Einzelpersonen angeboten werden oder solche, die mit wissenschaftlichem Anspruch in Erscheinung treten”. Also zum Beispiel REMID und für die Schweiz INFOREL. Auch dem “langjährigen Beauftragten für Sekten- und Weltanschauungsfragen” der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Pfarrer Thomas Gandow, wird kein Nachfolger bestellt. Bereits 2010 verlor, wie die TAZ schreibt, Ursula Caberta ihre Dienststelle Arbeitsgruppe Scientology für “Antisektenkampf in Hamburg”. Ein eher bissiges Porträt der Berliner Tageszeitung erläutert, “ihre Auskünfte gingen mehr und mehr in Scientology-Beschimpfungen über”. Ihre Mitarbeiter sollen sich bereits vor der Auflösung der Gruppe “anderweitig orientiert” haben.
Nun reagiert Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime (ZMD) auf die aktuelle Studie des Innenministeriums über Einstellungen junger Muslime: “Ganz konkret fordern wir zum Beispiel Sektenbeauftragte für den Islam, die entsprechend ausgebildet sind. Wir wollen Scouts in den muslimischen Gemeinden einsetzen – zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung – die aufklären über die Ideologisierung von Religionen”. Ob religionswissenschaftliche Expertise nicht doch eher von Nöten wäre, soll folgende Betrachtung der Studie über junge Muslime sowie einer Broschüre der Amadeu Antonio Stiftung über den sogenannten Salafismus eruieren. Die Salafiyya bietet sich nämlich als Projektionsfläche dafür an, den (eigentlich christlichen) Anti-Sekten-Diskurs auf den Islam zu übertragen.
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Tags:Aleviten, Atheismus, Autorität, Fundamentalismus, Jugend, Konversion, Mission, Salafismus, Salafiyya, Sektendebatte, Wahabismus
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Freitag, 02. März 2012
“In Sekten” (die zoologische Assoziation ist gewollt) war 1993 der Titel einer Broschüre der CDU. “Sektierer treten auf, Gurus und Scharlatane[,] und verführen die Menschen, die stets nach etwas Neuem suchen” (Reinhard Horst: Christus unsre Hoffnung, Göttingen 2006, S. 7) – trotz der selbst randständigen Herkunft dieses aktuellen Zitats spiegelt es doch weiterhin ein gängiges Bild über Neue Religionen wider. Der Satz hätte auch in diversen konventionellen Zeitungen stehen können. Und das, obwohl auch schon eine Enquete-Kommission des Bundestages 1998 (Drucksache 1310950) empfahl, den Begriff “Sekte” nicht mehr zu verwenden, da er immer eine Wertung enthalte. “Ein Religionswissenschaftler sieht keine prinzipiellen Unterschiede zwischen Amtskirchen und Sekten”, brachte ein Jahr zuvor die ZEIT (“Religion darf Unsinn sein”, 1997). Auch die Erforschung von Religionen, das meint insbesondere die Religionswissenschaft, hat sich seitdem entwickelt. Ein interdisziplinäres Graduiertenkolleg in Leipzig, von dieser Disziplin initiiert, widmet sich religiösem Nonkonformismus und kultureller Dynamik. REMID interviewte PD Dr. Thomas Hase von der Leipziger Religionswissenschaft zur Rolle z.B. der Sektendebatten und der von ihnen kritisierten Gemeinschaften im Vergleich zu historischen Beispielen der Nicht-Anerkennung von Normen, zur methodischen Ausrichtung der beteiligten Disziplinen und zur Methodologie der Religionswissenschaft.
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Tags:Bhagwan, Gottesdienst, Methodologie, Neue Religionen, Neue Religiöse Bewegungen, Nonkonformismus, Nonkonformität, Normen, Osho, Pietismus, Religionsphänomenologie, Religionssoziologie, Religionsstatistik, Schwärmerei, Sektendebatte, Zeugen Jehovas
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