Archiv für die Kategorie ‘Hinduismus’

Was forschen ReligionswissenschaftlerInnen in Deutschland?

Samstag, 27. April 2013

Vor bald zwei Jahren wurde der Frage “Religionswissenschaft im Aufwind?” nachgegangen, anlässlich der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Religionswissenschaft (DVRW), die sich 2011 in Heidelberg diesem Thema widmete. Dieses Jahr ist es wieder so weit: “Empirie und Theorie — Religionswissenschaft zwischen Gegenstandsorientierung und systematischer Reflexion“, darum geht es bei der diesjährigen Tagung vom 11.-14. September in Göttingen. Ein solcher Titel bietet einen Anlass, mal nachzufragen: Was forschen ReligionswissenschaftlerInnen eigentlich aktuell in Deutschland?

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Veganismus ist keine Religion! Ein Essay über demokratische Kultur

Samstag, 02. Februar 2013

Vor kurzem hatte ich Gelegenheit, REMID in einem Seminar der Friedens- und Konfliktforschung Marburgs vorzustellen. Und wiedermal wurde in der Diskussion die Frage von einem Seminarteilnehmer aufgeworfen, ob Veganismus eine Religion sei. Im Grunde genüge allein das “missionarische” Vorgehen einer Bewegung, um diese als “Religion” zu kategorisieren. Schließlich habe sich die Religionswissenschaft ja von der religiös motivierten Etymologie eines Laktanz, der “religio” als “Rückbindung an Gott” begriff, verabschiedet und setze nicht mehr auf essenzialistische Religionskonzepte, welche Religion allein von ihrem wie auch immer gearteten “Wesen” her bestimmen wollten (z.B. als Glauben an Höhere Wesen). Doch auch wenn REMID sicherlich diese kritische Wende unterstützt (die auch eine Absage an religiöse Deutungen von Religionen beinhaltet), auf unserer Statistik der Religionen und Weltanschauungen fehlen bislang Veganer (ungeprüft: zwischen 250 000 und 460 500 in Deutschland neben 5 Millionen Vegetariern) genauso wie der Deutsche Sportbund (27 Mio.) oder der ADAC (18 Mio. Mitglieder). Und das wird auch so bleiben. Es ist eher ein Armutszeugnis für eine demokratische Kultur, wenn ein rational argumentierender Versuch des Überzeugens (sicherlich mit einem weltanschaulichen moralischen Motiv, das im Einzelfall auch religiös begründet sein kann) durch eine solche Disqualifizierung seiner Motive und damit einer Absage an seine Berechtigung abgewehrt wird. Denn der “Vorwurf”, eine Religion zu sein, ist dann als Kontra-Argument gemeint.

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Extreme liegen vorn: Alexa Ranks von religionsbezogenen Webseiten für Deutschland

Freitag, 30. November 2012

Am 1. Oktober 2012 verstarb überraschend der Schauspieler und Komiker Dirk Bach. Homophobe Entgegnungen des sich katholisch gebenden “Hetzerportals” kreuz.net sollten darauf die Medien beschäftigen – insbesondere nachdem der Bruno Gmünder Verlag in Berlin ein Kopfgeld von 15.000 EUR für die Identifizierung der Macher des anonymen Webauftritts aussetzte. In einem Spiegel-Artikel vom 5. Oktober versucht sich Frank Patalong an einer Einschätzung der Relevanz der Hassprediger – unter Rückgriff auf Alexa.com, ein beliebtes Instrument der Suchmaschinenoptimierung und des Internetmarketing. Doch selbst wenn man diese auch nicht unproblematische Methode vertieft, scheint sich das Ergebnis nur zu verallgemeinern: Im deutschen Internet haben Extreme die Nase vorn.

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Generationen in Konflikt und Wechsel: Von “Jugendsekten” zur “Gemeinde 2.0″

Freitag, 21. September 2012

Karl Mannheim übertrug 1928 das kunstepochale Verständnis von Bewegungen, wie es spätestens seit “Sturm & Drang” und der Romantik Gang und Gebe wurde, auf den Begriff der “Generationen”. Inhalte und historische Ereignisse sollten es nun sein, welche ein Generationsgefüge bestimmen. Bis dahin waren “Generationen” lediglich statistisch relevante Einheiten von zumeist 30 Jahren. Auch für die Religionswissenschaft ist dieser Begriff von Relevanz geworden, etwa dadurch dass es gerade der gelungene Generationswechsel sei, welcher zum wichtigen Indiz dafür wird, dass eine Neue Religion sich verfestigt bzw. etabliert. Dieser Generationsbegriff hat einige Konsequenzen nicht nur für Debatten um sogenannte “Sekten”.

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Das Tier als metaphysische Grenze

Samstag, 07. Juli 2012

Im indischen „Gesetzbuch des Manu“ (12, 42-44) finden sich Einteilungen aller Dinge und Wesen der Welt in drei “Erscheinungsweisen” (Gunas), von denen eine “tamas” (Dunkelheit, Unwissenheit) ist. In dieser Kategorie werden auf unterster Stufe unbewegliche Dinge, Würmer, Fische, Schlangen, Schildkröten, Vieh, und Schakale, auf der mittleren Elefanten, Lastpferde, Chudras (Handwerker, Pachtbauern, Tagelöhner, Diener, Landarbeiter, Arbeiter), “verabscheute Barbaren”, Löwen, Tiger und Eber und auf der höchsten Stufe Landstreicher, Vögel, Heuchler, Raksas und Piçâcas (beides sozusagen Klassen “böser Geister“) platziert. Einige andere Tiere, höhere menschliche Kasten und Göttergeschlechter sind den anderen beiden Gunas bzw. deren Unterkategorien zugeordnet (Ordinances of Manu; übs. von Arhur C. Burnell, ed. von Edward W. Hopkins, London: Trübner 1891, S. 371). In diesem alternativen System, das manche daher als “ungerecht” empfinden, scheint es dieses im “westlichen” Denken distinkte Gegenüber des “Tieres” nicht zu geben. Welche religiöse Dimension hat diese Frage nach der Einteilung der Geschöpfe bzw. dem “Tier” eigentlich? Oder die unseres Verhältnisses zu diesem speziellen Gegenüber? Gerade wo ein aktuelles Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte das Gewissen eines Grundstückeigentümers über den “öffentlichen Auftrag” der Jagd gestellt hat…

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Religion, Politik und Partei(programm): Von Glücksempfinden und gesellschaftstragenden Utopien

Freitag, 01. Juni 2012

Der erste Weltglücksbericht der UNO ist vor kurzem erschienen. Am Glücklichsten sei man in Dänemark, Norwegen, Finnland und den Niederlanden, dagegen empfinde man in Benin, in der Zentralafrikanischen Republik und in Togo am wenigsten Glück. Deutschland kommt beim Gallup World Poll nur auf den 30., beim World Happiness Report auf Platz 47. An erster Stelle stehe dabei Arbeit bzw. Erwerbstätigkeit als Faktor des Glücks, dicht gefolgt von Partnerschaft und Religion. Auch Gesundheit und eine grüne Umwelt sind wichtig (vgl. taz-Artikel vom 27. Mai). Insgesamt bringen die Autoren der Studie es auf folgende Formel: „Solange es kein hohes Niveau von Altruismus und Vertrauen untereinander gibt, kann eine Gesellschaft nicht glücklich sein. Deshalb riet schon Aristoteles, dass Glück hauptsächlich durch tugendhafte Akte angestrebt werden sollte. Auch Buddha und unzählige andere Weise argumentieren so, ebenso viele heutige Psychologen und moralische Führer.“ (zitiert nach ebenda). Doch was befördert ein “hohes Niveau” kooperativen Handelns? Welche Rolle spielt “Religion” dabei? Und in Anbetracht der taz-Formulierung “vor allem in armen Ländern mit unsicheren Lebensbedingungen hat der Glaube offenbar eine deutlich tröstende Funktion”: Wie verändert sich die Perspektive, wenn man nicht allein auf “Religionen” im Sinne eines konventionellen Begriffes schaut, sondern überhaupt nach dem fragt, was man als “gesellschaftstragende Utopien” bezeichnen könnte?

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Märchen und Magie zwischen Wirklichkeit und Fiktion. Eine Kritik

Freitag, 18. Mai 2012

Anlässlich des Gebrüder-Grimm-Jahres veranstaltete REMID am 30. April einen Vortragsabend. Die Marburger Brüder-Grimm-Stube war gut besucht. Im Gegensatz zu vielen Darstellungen des Märchens als universale Erzählform mit vornehmlich ursprünglich oraler Verbreitung wurde seine besondere Rolle als Produkt der europäischen Geschichte betrachtet. Das Mittelalter kennt im eigentlichen Sinn keine Märchen (auch wenn heute manches als solches verkauft werden mag). Das Märchen besteht streng genommen nur als “Kunstmärchen” und ist zu unterscheiden von Textformen wie dem Artusroman, der Heiligenlegende, dem Heldenepos, dem Schwank oder der Aesop nachempfundenen Tierfabel. Das Pentameron (1634-36) zeigt sogar, dass Märchen als Textgattung in Abhängigkeit stehen können zur im Humanismus entwickelten Form der Novelle: Titel und Struktur des Werkes sind an Giovanni Boccaccios Novellensammlung Decamerone (1349-1353) orientiert. Letztlich liegt einfach ein schwerwiegendes Missverständnis vor: Das Märchenhafte des Mittelalters ist ein Resultat der inneren Kritik der Aufklärung seit der Reformation in Europa. Erst durch diese Filter und unter Reflexion der Erfahrungen im Kolonialismus, in der Romantik, im Nationalismus usf. wurden Märchen heute das, was sie unterstellen immer schon gewesen zu sein: zum Ausdruck einer universellen Stimme des Mythos (wie des kollektiven Unbewussten).

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Spirituelle Atheisten? Statistische Einblicke in aktuelle Formen weltanschaulicher Selbst-Verortung

Freitag, 23. März 2012

Bereits im Jahr 2006 erbrachte eine Studie der Düsseldorfer Identity Foundation, welche seit 2001 einen Meister-Eckart-Preis vergibt, in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim, dass 10-15 Prozent der Bevölkerung “spirituelle Sinnsucher” seien – neben 35% Religiös Kreativen, 10% Traditionschristen und 40% Alltagspragmatikern. In der Sprache des SINUS-Instituts heißt das (“Was wollen die Schäfchen?” 2011): Neben 15% Traditionellen, 10% Konservativ-Etablierten, 14% “Bürgerliche Mitte”, 7% Liberal-Intellektuellen, 7% Sozialökologischen, 9% “Prekären” und 15% Hedonisten finden sich 7% Performer, 9% Adaptiv-Pragmatische und 6% Expeditive. Während Religiosität fast überall eine Rolle spielt, ist der Zugang doch sehr verschieden. Bei einem aktuellen Forschungsprojekt der Universität Bielefeld und der University of Tennessee in Chattanooga (USA), “Spiritualität in Deutschland und den USA”, sagt gar die Hälfte der Befragten, sie sei “eher spirituell als religiös“. Warum die in dieser Studie festgestellten spirituellen Atheisten, Agnostiker und Nontheisten keinen logischen Widerspruch leben und worum es eigentlich konkret beim boomenden Spirituellen gehen kann, das ist das Thema des REMID-Blogs zur aktuellen Woche.

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Heilige Medien: Von der Teufelsbibel bis zur Tempel-App

Samstag, 25. Februar 2012

Die Zeichen haben längst die Starre steinerner Monumente hinter sich gelassen, Rechnungen bzw. andere ökonomische Texte sind handlicher geworden als etwa VAT 12770, eine sumerische Cuneiform im Vorderasiatischen Museum Berlins aus Fara (Periode ED IIIa, ca. 2600-2500 v.u.Z.). Inzwischen erlauben mobile Endgeräte, dass man z.B. jederzeit in der Lage ist, die nächstliegende Moschee zu finden (zumindest im United Kingdom und in Nordamerika; entsprechend gibt es einen buddhistischen “Temple Finder”) oder sogar weltweit Restaurants mit “halal food“. Abgesehen von der dabei relevanten GPS-Ortungsfunktion des mobilen Endgerätes – wie unterscheiden sich solche Medien von den weniger Handlichen? Wie viel Inhalt steckt in der Medienrevolution? Was bedeutet diese für heilige Texte? Können virtuelle Orte heilig sein?

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