Trendreport 2017: Migration, Rezession, „Regression“ und Ressentiment

Es ist jetzt vier Jahre her, dass zuletzt ein sogenannter „Trendreport“ auf dem REMID-Blog erschienen war (vgl. Trendreport 2013). Was ergibt ein Blick auf die „geistige Situation der Zeit“ – Untertitel von „Die große Regression“ (hrsg. von Heinrich Geiselberger, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2017) mit Bezug auf das Werk „Die geistige Situation der Zeit“ des Philosophen und Psychiaters Karl Jaspers von 1932 sowie auf die (ökonomische) Rede von einer „Großen Rezession“ seit 2008 (vgl. dazu insbesondere den Beitrag von César Rendueles, S. 233-252)? Kann sich ein „Trendreport“ überhaupt noch mit einer lediglich nationalen Perspektive – also auf das Religions- und Weltanschauungsgeschehen Deutschlands – begnügen?

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Konfessioneller Religionsunterricht unter Druck – Eine Chance für ein Alternativfach?

Der Fachverband Werte und Normen in Niedersachsen e.V. „verfolgt den allgemeinen Zweck, philosophische, gesellschaftswissenschaftliche und religionskundliche Bildung zu fördern, die auf den Wertmaßstäben und Normen des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland basiert“ (Satzung, Version von 1995). In der Ausgabe 2/2015 erörtert Prof. Dr. Dr. Peter Antes die Frage, inwiefern die dargelegte These, dass das Modell des konfessionellen Religionsunterrichtes „unter Druck“ sei, eine „Chance für ein Alternativfach“ bedeute. Der Autor ist emeritierter Professor der Religionswissenschaft (Hannover), wissenschaftlicher Beirat von REMID und hat den Eröffnungsvortrag auf unserer 25-Jahre-Jubiläumstagung 2014 mit dem Thema „Religionsfreiheit“ gehalten (vgl. Die Sache mit der Religionsfreiheit. 25 Jahre REMID: Bericht zur Jubiläumstagung). Zum Thema Religionsunterricht hat REMID 2006 in Marburg die Tagung „Religionen in der Schule“ veranstaltet, die verschiedenen Realisierungen von Religionsunterrichtsmodellen in den Bundesländern Deutschlands zusammengestellt (Stand 2011) und zuletzt Christina Wöstemeyer für eine von den „Säkularen Grünen“ organisierte Diskussionsrunde „Religionsunterricht vs. Religionskundeunterricht: Gehört konfessioneller Unterricht an die Schule?“ vermittelt (Mai 2015). Lesen Sie nun den Artikel von Peter Antes als Gastbeitrag im REMID-Blog – mit freundlicher Genehmigung des Autoren und des Fachverbandes Werte und Normen in Niedersachsen.

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Als Religionswissenschaftler ein Projekt in Kurdistan-Irak leiten? REMID-Interview mit Dr. Michael Blume

Im Sommer 2014 begann ein düsteres Kapitel in der Geschichte der Religionsfreiheit. Die Terrormiliz des sogenannten „Islamischen Staates“ richtete im Irak Massaker an, neben verfolgten Christen und Angehörigen anderer religiöser Minderheiten war es insbesondere die Religion der Yeziden, welche systematisch verfolgt wurde: Viele ihrer männlichen Angehörigen wurden getötet, Frauen wurden versklavt und sexuell ausgebeutet (vgl. Religionsfreiheit und religiöse Vielfalt 2014: Indikatoren und Berichte, aber auch Der Salafismus und die dschihadistische Idee). Inzwischen haben auch diverse Medien über den erfolgreichen Abschluss des Sonderkontingentes des Landes Baden-Württemberg für 1.000 besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak berichtet. Der Leiter dieses humanitären Projektes, Dr. Michael Blume, ist aktiver Religionswissenschaftler. Deshalb fragte REMID nach.

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Der Salafismus und die dschihadistische Idee

Zuletzt war der Frage „Darf man den Islam kritisieren?“ nachgegangen worden. Angesichts des Erstarkens von Demonstrationen unter der Überschrift „Patriotische Europäers gegen die Islamisierung des Abendlands“, ging es also darum, inwiefern islambezogene Diskriminierung („Islamophobie“) als gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bestimmt werden kann, welche Ungleichgewichte die Argumentationsfigur haben kann, die religiöse Gewalt zu einem besonderen Problem des Islams machen möchte, einschließlich der Gefahr, den Islam zu essenzialisieren, also einen bestimmten Kern auszumachen, ein Wesen des Islam. Aktuell angesichts der Pariser Anschläge wurde auch neben ausgewählten Interviews mit Islam- und Religionswissenschaftlern und Hintergrundartikeln zu Islam oder Salafismus ein Text von 2011 „Was ist eigentlich christlich?“ in die Leseempfehlungen zu den Terrorakten in Frankreich beigefügt. Auch damals ging es gegen Essenzialisierung, eben des Christentums. Anlass waren Anders Behring Breiviks Anschläge in Norwegen und die damals häufige Formulierung, das habe „nichts mit Christentum“ zu tun. Zugleich gibt es nichts zu relativieren.

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Die Sache mit der Religionsfreiheit. 25 Jahre REMID: Bericht zur Jubiläumstagung

Peter Antes, emeritierter Professor für Religionswissenschaft aus Hannover, leitete seinen Vortrag über Religionsfreiheit und Religionsausübungsfreiheit damit ein, dass sein Referat zwei Teile habe, die sich vollständig widersprechen. Theoretisch könne man zwar einfordern, beides zu trennen, praktisch hängen Religion und Religionsausübung oft eng miteinander zusammen. Da helfen auch nicht die juristischen Versuche der Etablierung einer „Kulturadäquanz“ zur ausschließlichen Einschränkung der Religionsausübungsfreiheit (Anlass der Etablierung 1955, so sei das Kurzreferat ergänzt, war allerdings ein Anhänger des Bundes für Gotterkenntnis und ehemaliges SS-Mitglied, welches im Gefängnis für einen Kirchenaustritt warb und für diesen Tabak versprach). Dass Theorie und Praxis oft weit voneinander entfernt scheinen, betrifft nicht nur rechtliche Fragen der Umsetzung von Bekenntnis- und Ausübungsfreiheit der Religionen, sondern war auch ein Motiv zur Gründung des Religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienstes REMID e.V. 1989 durch Marburger Studierende der Religionswissenschaft. Die akademischen Debatten der Religionswissenschaft und die öffentlichen Thematisierungen von Religion schienen, so war der Befund, sehr weit auseinander zu liegen. Lesen Sie im Folgenden den Bericht zur Jubiläumstagung 25 Jahre REMID mit dem Thema Religionsfreiheit.

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Religionsfreiheit und religiöse Vielfalt 2014: Indikatoren und Berichte

„In Herford entlud sich die Gewalt zwischen Jesiden und Sympathisanten radikaler Islamisten“, hieß es am 7. August in der „Welt“ (vgl. unsere Kurzinformation Yeziden sowie zur aktuellen Situation den „[d]ringende[n] Appell zum Schutz der kurdischen Yeziden im Irak“ der Gesellschaft für bedrohte Völker, der Kurdischen Gemeinde Deutschlands und des Zentralrats der Yeziden vom 4. August). Die aktuelle Krise der Religionsfreiheit im Irak ist längst in Deutschland angekommen. Das zur Denunziation und Drohung an Häusern von Christen angebrachte arabische Nun wurde zum Solidaritätszeichen, das online aktuell auf Webseiten oder als Profilbild von Twitter-Accounts (darunter auch Kirchen) zu finden ist. Doch wie sieht es aktuell global überhaupt mit Religionsfreiheit aus?

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Fluchtgrund: (Un)Glaube. Ein Interview zum Tag des Flüchtlings

2010 ‚feierte’ die Genfer Flüchtlingskonvention (GFK), das internationale Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge den 60. Geburtstag. Die vom Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) veröffentlichten Weltflüchtlingszahlen 2010 belegen, dass dieses Abkommen auch heute noch notwendig ist, den internationalen Flüchtlingsschutz sicherzustellen. Mit insgesamt 43,7 Millionen Flüchtlingen – das entspricht der Bevölkerungszahl von Skandinavien und Sri Lanka zusammengenommen – stellte 2010 einen neuen Rekord auf. Seit 15 Jahren waren nie mehr Menschen auf der Flucht. Mehr als die Hälfte von ihnen – 27,5 Millionen Menschen – waren innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht. Von denen, die ihr Land verlassen konnten / mussten fanden 4/5 Zuflucht in den unmittelbaren Nachbarländern.

Anlässlich diese traurigen Rekords sprach REMID mit Rita Schillings, Geschäftsführerin des Flüchtlingsrates Leverkusen, über ihre Erfahrungen mit ‚religiösen’ Fluchtgründen in ihrer Beratungstätigkeit.

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Der neue REMID-Blog

Religionswissenschaft ist in den Medien deutlich unterpräsentiert. Neben den Blogs von Michael Blume und Kerstin Probiesch ist nicht viel in der Blogosphäre zu finden. Insbesondere letzterer ist zu verdanken, dass das Thema auch bei REMID immer wieder eine Rolle spielte, wenn auch leider lange Zeit einer Umsetzung harrte. Überhaupt gilt es, das Web 2.0 auch in Deutschland als relevant für akademische Öffentlichkeit zu etablieren.

Dieser Blog soll der Idee nach eine Plattform für alle REMID-Mitglieder sein, aber auch Gäste dürfen in Absprache kleine Artikel beitragen. Dabei können sie sich mit einem eigenen Account als Autor einloggen, erhalten damit zwar keine Möglichkeit, den Blog im Layout zu verändern, aber können eigene Artikel bearbeiten mit einem benutzerfreundlicheren „You see is what you get“-Editor. Es ist, als ob man ein WORD-Dokument schreibt. Auf diese einfache Weise können Neuigkeiten aus der Religionswissenschaft bzw. religionswissenschaftliche Analysen des Zeitgeschehens um Religionen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Auf neue Einträge verweisen wir dabei über Twitter oder bewegung.taz.de, um sie bekannter zu machen. […]

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