Der Überlebenskampf des Christentums im „Sumpf“ Japans? Christliche Bewegungen zwischen japanischem Buddhismus und portugiesischem Katholizismus

SILENCE erschien am 02. März 2017 (Trailer, Eintrag IMDB) in den deutschen Kinos und gilt als das Herzensprojekt von Oscar-Preisträger Martin Scorsese (Regisseur). Basierend auf dem Roman „Schweigen“ von Shūsaku Endō, thematisiert der Film historische Ereignisse an Einzelschicksalen, die in eindringliche Landschaftsaufnahmen eingebettet sind. Im Zentrum steht Pater Sebastião Rodrigues (Andrew Garfield), welcher zusammen mit seinem Jesuitenbruder Pater Francisco Garpe (Adam Driver) im Jahr 1638 von Portugal aus nach Japan aufbricht. Dort versuchen sie ihren spirituellen Mentor und berühmten Bruder Cristóvão Ferreira (Liam Neeson) wiederzufinden. Auf diesem Weg begegnen sie dem christlichen Glauben in Japan und erleben die dortige Christenverfolgung mit. Gewidmet ist der Film den japanischen Christ_Innen und ihren Geistlichen. Lesen Sie im Folgenden einen Gastbeitrag von Kristina Göthling (Religionswissenschaft Bochum).

Bild-ID: COC_IL_Plakat_297x420_RGB. © 2017 Concorde Filmverleih GmbH.

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Darf man den Islam kritisieren?

Eher bürgerlich und schlicht wirken die beiden. Kathrin Oertel und René Jahn geben dem Mitteldeutschen Rundfunk als Pediga-Anhänger („Patriotische Europäer gegen Islamisierung des Abendlandes“) ein Interview. Ihre Antworten vermischen Asylfragen mit Ängsten vor „dem“ Islam (etwa verweist Frau Oertel auf Südfrankreich: dort gebe es inzwischen mehr Moscheen als Kirchen). Während hier bei den erschreckend zahlreich gewordenen Anti-Islam-Demonstrationen diffuse Ängste dominieren, bemühen sich andere um eine „sachgerechte Islamdebatte“ – so ein Bericht über eine Konferenz „Menschenrechte statt Scharia“ in der aktuellen MIZ (Nr. 3/14, S. 19f.), herausgegeben vom Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten. Die Medien würden Islamkritik „einseitig als thematisches Stammgebiet rechtspopulistischer Kräfte darstellen“. Doch auch der auf der Konferenz beschlossene „Wiener Appell“ (man googele selbst) „[g]egen die Ausbreitung islamischer Herrschaftskultur in Europa“ hat mit der „Bürgerbewegung Pax Europa“ mindestens einen rechtspopulistischen Unterzeichner (Version November 2014), der über eine „schleichende Islamisierung“ Europas aufklären will und als „islamfeindlich“ gilt. [Nachtrag 10. Mai 2015: Der MIZ-Bericht aus der Rubrik „Zündfunke“ erwähnt zwar diesen Appell, allerdings nicht dessen Unterzeichner und Überschrift]. Wann handelt es sich um Islamhass, wann um eine am Islam spezifizierte Religionskritik, die – würde man sie verbieten – tatsächlich als ein „Ende der Aufklärung“ verstanden werden müsste?

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Religionsfreiheit und religiöse Vielfalt 2014: Indikatoren und Berichte

„In Herford entlud sich die Gewalt zwischen Jesiden und Sympathisanten radikaler Islamisten“, hieß es am 7. August in der „Welt“ (vgl. unsere Kurzinformation Yeziden sowie zur aktuellen Situation den „[d]ringende[n] Appell zum Schutz der kurdischen Yeziden im Irak“ der Gesellschaft für bedrohte Völker, der Kurdischen Gemeinde Deutschlands und des Zentralrats der Yeziden vom 4. August). Die aktuelle Krise der Religionsfreiheit im Irak ist längst in Deutschland angekommen. Das zur Denunziation und Drohung an Häusern von Christen angebrachte arabische Nun wurde zum Solidaritätszeichen, das online aktuell auf Webseiten oder als Profilbild von Twitter-Accounts (darunter auch Kirchen) zu finden ist. Doch wie sieht es aktuell global überhaupt mit Religionsfreiheit aus?

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