Generationen in Konflikt und Wechsel: Von „Jugendsekten“ zur „Gemeinde 2.0“

Karl Mannheim übertrug 1928 das kunstepochale Verständnis von Bewegungen, wie es spätestens seit „Sturm & Drang“ und der Romantik Gang und Gebe wurde, auf den Begriff der „Generationen“. Inhalte und historische Ereignisse sollten es nun sein, welche ein Generationsgefüge bestimmen. Bis dahin waren „Generationen“ lediglich statistisch relevante Einheiten von zumeist 30 Jahren. Auch für die Religionswissenschaft ist dieser Begriff von Relevanz geworden, etwa dadurch dass es gerade der gelungene Generationswechsel sei, welcher zum wichtigen Indiz dafür wird, dass eine Neue Religion sich verfestigt bzw. etabliert. Dieser Generationsbegriff hat einige Konsequenzen nicht nur für Debatten um sogenannte „Sekten“.

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Ressource oder Wachstumsblase Bildung? „Religiöse“ und utopische Aspekte eines besonderen Konzeptes

Betrachtet man den sogenannten „Verbraucherpreisindex für die Bundesrepublik Deutschland„, haben die meisten Graphen eine spätestens seit 2005 steigende Tendenz. Das meiste wird teurer, „Bekleidung und Schuhe“ pendeln seit den 1990ern auf dem gleichen Niveau, ähnlich gibt es bei „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ langfristig kaum Veränderung. Rasant abstürzend aus vergleichsweise schwindelnden Höhen verliert sich die „Nachrichtenübermittlung“. Dagegen klettert das „Bildungswesen“ in solche Höhe empor, alle anderen Graphen weit hinter sich lassend.
Daneben steht etwa „Am schwarzen Berg“ von Anna Katherina Hahn, das Werk erhielt die Auszeichnung einer Nominierung für den Leipziger Buchpreis 2012 unter der Rubrik „Belletristik“. Die Jury nennt den Roman um Peter und Mia im Stuttgart des Jahres 2010 eine „gnadenlose Milieustudie des alltäglichen Lebens zweier Familien mit den Gewohnheiten und Verzweiflungen einer akademischen Mittelschicht“. Moritz Bassler nennt das Buch in der TAZ gar einen „metabildungsbürgerliche[n] Roman„. Das „ganze bürgerliche Bildungskonzept“ rücke „im Verlauf der Lektüre in ein neues, durchaus unerwartetes Zwielicht“. Viele Rezensenten sehen das (tragisch endende) Seelenleben eines idealtypischen „Wutbürgers“ dargestellt, „bürgerliche Bildung“ erscheint gar als idealistisch-humanistischer Religionsersatz – symbolhaft repräsentiert durch die schwäbische Romantik eines Eduard Mörike, aus dessen Gedicht „Die Elemente“ der Titel entlehnt ist („Am schwarzen Berg da steht der Riese…“).

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