Übersetzer als Konquistadoren. Eine Geschichte der „Eroberung“ heiliger Texte durch den Westen

So wie viele historische Irrtümer über Andersgläubige oder „fremde Kulturen“ häufig auf Unkenntnis oder irrtümlicher Kenntnis beruhen, existieren heute insofern falsche Einschätzungen vergangener Kulturepochen und ihrer Konfliktlagen, als dass der Weg der Kunde in den Westen nicht geläufig ist. Die Geschichte erster Beschreibungen und früher Übersetzungen z.B. nicht-christlicher heiliger Texte eröffnet dabei einen anderen Blick sowohl auf die für eine Globalisierung bedeutsame philologische Aufarbeitung dieser Wissensbestände durch die „westlichen Kulturen“ (vgl. aber auch Interview zum Eurozentrismus) als auch auf diejenigen Transformationsprozesse, welche durch diese sozusagen „geistige Eroberung“ des Fremden allmählich in Gang gebracht worden sind.

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„Pyramiden“ im Dschungel – auf Forschungsreise in Guatemala

Der Archäologe Achim Schulze berichtet von seinen Forschungsarbeiten im Rahmen eines DAAD-Auslandsstipendiums für Doktoranden. Der Marburger Absolvent der Vor- und Frühgeschichte beschäftigt sich in Unterstützung durch die Bonner Altamerikanistik mit der Vorklassik der Maya in Mesoamerika. Er selbst hat in den letzten 10 Jahren bereits mehrere Male die Länder mit den „Pyramiden im Dschungel“ bereist, wobei er den Begriff „Pyramide“ nicht besonders gerne hört. Neben Einblicken in die präkolumbianische Zeit vor der Conquista geht es um die Gegenwart der synkretistischen indianischen und/oder afroamerikanischen Religionen, die Zukunft der Altertumswissenschaften und die esoterischen Erwartungen mancher Maya-Touristen.

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