Erinnerungen an die Zukunft: „Science-Fiction“ oder „Scientology“

„Erinnerungen an die Zukunft – gibt es die? Erinnerungen an etwas, das wiederkommt? […] Der Mensch von heute ist anders als der Mensch von gestern oder vorgestern. Der Mensch ist immer wieder neu und erneuert sich in Permanenz auf der unendlichen Linie, die wir Zeit nennen. Der Mensch wird die Zeit begreifen und – beherrschen müssen! […] Und ohne ein Ende gibt es eine Zeit, in der alle Zeiten zusammenfließen“, so begann 1968 Erich van Däniken sein gleichnamiges Buch. Nun soll es nicht um Prä-Astronautik gehen und Religionsgeschichte als Unheimliche Begegnung der Dritten Art. Allerdings war Däniken ein Pionier darin, die Zukunft in der Vergangenheit zu suchen – auch wenn er nicht die erste Person war, welche eine Utopie in einer erloschenen Epoche vermutete. „Science-Fiction ist der neue Western – genauso staubig und genauso tot“, sagte bereits 2008 Gregor Sedlag auf der re:publica. Eine größere Debatte löste der Telepolis-Artikel „Science Fiction am Ende?“ von Michael Szameit Anfang 2012 aus (vgl. Antworten der Science-Fiction-Autoren Myra Çakan und Dirk van der Boom). Wie steht es um unsere Ideen der Zukunft?

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Religion online: Digitale Sinnsucher, virtuelle heilige Stätten und die Rolle des Tabus

Virtuelle Welten haben von Anfang an einen utopischen Charakter – sei es das „Projekt Xanadu“ als früher Versuch einer digitalen universalen Bibliothek 1960 (benannt nach einer Zeile des Gedichtes „Kubla Khan Or A Vision in a Dream“ von Samuel Taylor Coleridge von 1798), sei es die später gebrochene Euphorie eines Stanislaw Lem (vgl. die Artikel des Science-Fiction-Autoren auf Telepolis, insbesondere „Progression des Bösen“ von 2001 im Vergleich mit „Meine Abenteuer mit der ‚Futurologie‘“ von 1997). Überhaupt liegen virtuelle und ideale Welten qua Konstruktionsmoment schon nahe beisammen (vgl. die Einführung des Bandes „Virtuelle und ideale Welten“ von Ulrich Gehmann, Karlsruher Studien zur Technikgeschichte Nr. 8, Karlsruhe 2012). Sinnkonzepte, ob nun weltanschaulich, religiös oder spirituell, spielen also grundsätzlich eine Rolle. Wie es konkret um Religionen in den Neuen Medien bestellt ist, dazu befragte REMID die Religionswissenschaftlerin Anna Neumaier von der Ruhr-Universität Bochum.

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