„Betrug“, „Gewalt“ oder „Spiritualität“: Entwicklungen in der Berichterstattung über Religion in ‚Stern‘ und ‚Spiegel‘ seit 1960

Aktuelle Thematisierungen konkreter Gemeinschaften neuer Religionen als „Sekten“ in deutschen Medien beschränken sich auf wenige skandalöse Einzelfälle, bei denen die Sektendebatte der Neunziger wieder reaktiviert wird. Der letzte Blog-Artikel „Überall ‚Sekten‘? Religionsbezogene Diskriminierung (nicht nur) in öffentlich-rechtlichen Medienanstalten“ zeigte daneben, dass außerdem Unterhaltungsformate mit fiktiven „Sekten“ den Erhalt entsprechender Vorurteile über neue religiöse Bewegungen zu befördern suchen. Zudem haben sich neue – weniger negativ gestimmte – Wege etabliert, religiösen Pluralismus zu thematisieren. REMID interviewte zu diesem Thema Judith Stander (Religionswissenschaft Münster), die bereits bei einer universitären REMID-Veranstaltung am 28. Oktober in Münster die Berichterstattung über Religion in den Wochenzeitschriften Stern und Spiegel diskursanalytisch und linguistisch für das Publikum aufbereitete.

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Religion – Kultur – Medizin: Diversity ist die Devise und nicht Rezepte-Lernen

Das Verhältnis von Religion und Medizin ist vielfältig. Man könnte auch von Kulturen und Medizin sprechen. Das ist allgemeiner, blendet aber aus, dass – wie die Nähe von „Heil“ und „Heilung“ andeutet – gerade religiöse Sinnkonzepte die kulturellen Bilder formen, mit welchen über Krankheiten gesprochen wird, diese interpretiert werden oder Umgang mit der Erkrankung prägen. Das wird um so wichtiger, nicht nur durch gesteigerte Phänomene der Migration, Globalisierung etc., sondern auch in Hinblick auf eine pluralistische Gesellschaft, die eine Sensibilität dafür abverlangt, dass Menschen verschieden sind und auch – neben divergierenden Deutungsmustern – andere Heilmethoden bevorzugen können. Wir interviewten zu diesen Themen Frau Dr. Solmaz Golsabahi vom Dachverband der Transkulturellen Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik DTPPP e.V.

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