Studie über Junge Freiheit: Christentum und Islamfeindlichkeit statt Heidentum

Wie verhält sich die sogenannte „Neue Rechte“ zu Religionen? In Europa nehmen die Wählerkreise rechter Parteien zu. Diskriminierung von Minderheiten nimmt auch in Deutschland zu. Während das Interview mit Florian Illerhaus die Islamophobie der Sarrazin-Debatte unter die Lupe nahm und Jörn Meyers in seiner Studie sich mit den Ideologen, Gemeinschaften und Entwürfen ‘arteigener Religion’ kritisch auseinandersetzte, hat Christian Uhrig sich in seiner Studie das Islam- und Christentumsbild der Zeitung „Junge Freiheit“ vorgenommen. REMID interviewte den Mitarbeiter der Bayreuther Religionswissenschaft zu seinen Forschungsergebnissen.

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Der „arische“ Jesus und „arteigene Religion“: Neue Studie zu einem spirituellen deutschen Sonderweg

Die Wiederbelebung sogenannter „heidnischer“ Religionen setzte zwar gleichzeitig mit der Entwicklung der Nationalismus-Idee ein, doch ist das aus christlicher Perspektive konstruierte Konzept des Paganen ebenso offen für Universalisierungen. So unterscheiden sich frühe Versuche keltischer Orden in Anlehnung an die Freimaurerei in England stark von heutigen populären Bewegungen wie Wicca, modernen Schamanismus oder den meisten ethnisch konstruktiven Formen von Paganismus (keltisch, germanisch, slawisch, römisch, griechisch usf.). Entsprechend speziell sind biologistisch-rassistische Konzepte sogenannter „arteigener Religion“ im deutschsprachigen Raum vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Zeit des Nationalsozialismus. Als interdisziplinäre Arbeit zwischen Neuerer Geschichte und Religionswissenschaft entstand an der Universität Hannover Jörn Meyers‚ Studie „Religiöse Reformvorstellungen als Krisensymptom? Ideologen, Gemeinschaften und Entwürfe ‚arteigener Religion‘ (1871-1945)“. REMID interviewte den Autoren.

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Wicca: eine performative „Naturreligion“ und die (re)konstruierte Tradition

Der Begriff „Naturreligion“ war ursprünglich ein weiterer verlegener Versuch, diese vielen anderen lokalen Traditionen zusammenzufassen, die keiner mit einem Stifter in Beziehung setzbaren „Weltreligion“ (vgl. zur Geschichte dieses Begriffes im Blog: Wer zählt was?) zurechenbar sind. Es sollte vermutlich besser klingen als „Stammesreligionen“ oder „Heidentum“ oder „Primitive Religionen“, „worshippers of fetish cults“ etc. Zugleich erinnert es an die religio naturalis, die natürliche Erkenntnis (des christlichen) Gottes, welche manche den „Heiden“ bereits im 18. Jahrhundert zutrauten. Gelegentlich wird dieser Ausdruck positiv innerhalb derjenigen Szene verwendet, welche sich selbst mit vorchristlichen bzw. paganen Traditionen auseinandersetzt, so auch im modernen Hexentum oder Wicca. Wir interviewten zu dieser Neuen Religion die Europäische Ethnologin und Kulturwissenschaftlerin Dr. Marion Näser-Lather.

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