Okkulte DDR – Umgang mit heterodoxen Wissensbeständen, Erfahrungen und Praktiken

„Natürlich hatte Hans Bender – der wohl berühmteste (und gleichermaßen auch hierzulande nicht unumstrittene) Parapsychologe in der BRD – eine Stasiakte“, erwähnt Dr. Ina Schmied-Knittel am Rande, doch die genaue Sichtung der entsprechenden Akten, der öffentlichen und weniger öffentlichen Diskurse, der Praxis im Privaten wie ihrer Beobachtung und Dokumentation im Geheimen, Zeitzeugeninterviews – das ist die Aufgabe, der sich die Soziologin und ihr Team um Prof. Dr. Michael Schetsche und M.A. Andreas Anton während der Laufzeit des Projektes stellen. Dabei ist die Forschungsgruppe auf die Mithilfe von Menschen angewiesen, die damals in der DDR Erfahrungen mit diesen Themen sammeln konnten (Email: kontakt [at] okkulte-ddr.de).

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Esoterik und (Tier-)Heilpraktiker: Mindmap zu (telepathischer) Tierkommunikation

Esoterik ist ein schwieriger Sammelbegriff (vgl. Esoterik: Ein ungewolltes Kind von Reformation, Aufklärung und Kolonialismus? sowie unsere Kurzinformation). Er dürfte auch für Religions-wissenschaftler_innen immer wichtiger werden: Zwar etablierte sich in Deutschland eine religiöse Vielfalt (vgl. unsere Statistik), doch die Zeiten starken Zustroms zu einzelnen Neureligionen – so wie das im 20. Jahrhundert für die Neuapostolische Kirche (2012: 350.374 Mitglieder), Jehovas Zeugen (2012: 167.107) und die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen; 2013: 38.739) zutraf – scheinen passé, die Tendenz geht zu Kleinstgruppen, loseren Assoziationen unterhalb des Vereins und zu einer gesteigerten Marktförmigkeit, insofern weniger Mitgliedschaften entscheiden, sondern Seminare, Workshops, Initiationen (letztere stammen insbesondere aus reformhinduistischen und westlich-hermetischen Kontexten und sind dort mit formalen Mitgliedschaften verquickt). Dagegen gibt es seit 2005 einen sogenannten „Esoterik-Boom“. Wie lässt sich hier ein Überblick gewinnen? Mit Hilfe des Mindmap-Tools bubbl.us sei ein Zugriff versucht – ausgehend vom Stichwort (telepathische) Tierkommunikation.

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Die Geister, das Klima und die Börse: Wird „Skeptiker“ doppeldeutig?

Ursprünglich bezeichnete der Begriff „Skeptiker“ den Zugehörigen einer philosophischen Schule. Sicherlich ging es auch damals bereits um Skepsis an „metaphysischen“ Aussagen. Der moderne Skeptiker jedoch ist abhängig von einem Konzept der „Säkularität„, von einem Selbstverständnis als „aufgeklärt“ in Verbindung etwa mit einem naturwissenschaftlich fundierten materialistischen Monismus. Entsprechend versteht sich die „Skeptikerbewegung“ mit ihrer Kritik an z.B. „paranormalen“, „magischen“ Praktiken, Vorstellungen, Fähigkeiten etc. als Fortsetzung der Aufklärung. Demgegenüber macht sich ein neuer „Skeptiker“-Begriff breit. Zweifel werden hier fundiert mittels komplexer Verschwörungstheorien (wahlweise: Netzwerkanalysen). Gegenstände der Kritik sind auf der einen (rechteren?) Seite das Klima, der Euro etc. Auf der anderen Seite sind es aber auch die Börse und die Verteidigung von Datenschutz, Menschenrechten und Demokratie.

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