Mit Religion provozieren: Nach Russell T. McCutcheon radikaler Perspektivwechsel notwendig

„Ich studiere Religionswissenschaft – Ach, dann werden Sie mal Pfarrer?“; bis heute kämpfen Religionswissenschaftler_innen darum, nicht mit Theolog_innen verwechselt zu werden. So war es für Russell T. McCutcheon auch ein Grund, dieses Buch zu schreiben, damit Dozenten nicht immer wieder das Rad neu erfinden müssten, wenn sie in höheren Semestern mit Studierenden konfrontiert sind, die aus diversen Gründen noch nicht entsprechende Grundlagen sich erarbeitet haben. Dabei verzichtet McCutcheon vollkommen auf einen beschreibenden Überblick über das, „was man in der Regel als Weltreligionen kennt“. Die deutsche Übersetzung wurde dieses Jahr von Steffen Führding (Religionswissenschaft Hannover) herausgegeben. REMID interviewt ihn zu McCutcheon und unterschiedlichen Schulen im Fach.

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Okkulte DDR – Umgang mit heterodoxen Wissensbeständen, Erfahrungen und Praktiken

„Natürlich hatte Hans Bender – der wohl berühmteste (und gleichermaßen auch hierzulande nicht unumstrittene) Parapsychologe in der BRD – eine Stasiakte“, erwähnt Dr. Ina Schmied-Knittel am Rande, doch die genaue Sichtung der entsprechenden Akten, der öffentlichen und weniger öffentlichen Diskurse, der Praxis im Privaten wie ihrer Beobachtung und Dokumentation im Geheimen, Zeitzeugeninterviews – das ist die Aufgabe, der sich die Soziologin und ihr Team um Prof. Dr. Michael Schetsche und M.A. Andreas Anton während der Laufzeit des Projektes stellen. Dabei ist die Forschungsgruppe auf die Mithilfe von Menschen angewiesen, die damals in der DDR Erfahrungen mit diesen Themen sammeln konnten (Email: kontakt [at] okkulte-ddr.de).

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Die Geister, das Klima und die Börse: Wird „Skeptiker“ doppeldeutig?

Ursprünglich bezeichnete der Begriff „Skeptiker“ den Zugehörigen einer philosophischen Schule. Sicherlich ging es auch damals bereits um Skepsis an „metaphysischen“ Aussagen. Der moderne Skeptiker jedoch ist abhängig von einem Konzept der „Säkularität„, von einem Selbstverständnis als „aufgeklärt“ in Verbindung etwa mit einem naturwissenschaftlich fundierten materialistischen Monismus. Entsprechend versteht sich die „Skeptikerbewegung“ mit ihrer Kritik an z.B. „paranormalen“, „magischen“ Praktiken, Vorstellungen, Fähigkeiten etc. als Fortsetzung der Aufklärung. Demgegenüber macht sich ein neuer „Skeptiker“-Begriff breit. Zweifel werden hier fundiert mittels komplexer Verschwörungstheorien (wahlweise: Netzwerkanalysen). Gegenstände der Kritik sind auf der einen (rechteren?) Seite das Klima, der Euro etc. Auf der anderen Seite sind es aber auch die Börse und die Verteidigung von Datenschutz, Menschenrechten und Demokratie.

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Zwischen den Stühlen – ein Gespräch über Magie

Der Diplominformatiker und Religionswissenschaftler Daniel Böttger arbeitet an religionspsychologischen Fragestellungen (siehe z.B. „Intersubjektivität von Tranceerleben durch religiös-rituelle Körperhaltungen“ in der Zeitschrift für junge Religionswissenschaft). Schon in einem zu Studienzeiten studentisch von ihm mit organisierten Seminar „Von Arktische Religion bis Zigarrenzauber“ (2006) lag der Fokus auf „ungewöhnliche[n] Themen der Religionswissenschaft“. Konkret geht es darum, mit Methoden der empirischen Psychologie religiöse Phänomene zu untersuchen. Dabei kann es sich um die Neurologie des Mantra-Singens handeln (To say „Krishna“ is to smile, Ritual Dynamics Konferenz 2008; neben dem Paper gibt es eine Videopublikation) oder um die Psychologie des Glaubenzweifelns. Wir haben ihn zum Thema Magie bzw. Glauben an übersinnliche oder paranormale Fähigkeiten oder Erfahrungen interviewt.

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Religion versus Wissenschaft – ein Osterspiel

Vor kurzem rezensierte Peter Monnerjahn für Telepolis das Buch „Abschaffung der Religion? Wissenschaftlicher Fanatismus und die Folgen“ des evangelischen Theologen Richard Schröder unter der journalistisch wenig taktvollen Überschrift „Journalistischer Selbstmord“. Unter Verweis auf die Medienereignisse um Jacques Benveniste und seine Thesen zur Homöopathie wird eine schärfere Trennlinie zwischen Religion und Wissenschaft eingefordert. Zurecht werden die biologischen Behauptungen Schröders kritisiert, weniger wird auf das eingegangen, was der das Buch zusammenfassende Zweizeiler im aktuellen Wikipedia-Artikel zum Autoren angibt, nämlich dass dieser unterstellt, Richard Dawkins („Der Gotteswahn“, 2006) fehle es an Wissenschaftlichkeit im Bereich der Kulturtheorie.

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