Mit ‘Rassismus’ getaggte Artikel

Von Aldebaran bis Vril. Interview über esoterischen Neonazismus

Donnerstag, 18. April 2013

Weltweit wird inzwischen mitgeschrieben an einer Mythifizierung des Nationalsozialismus. Eifrige Kinogänger begegnen diesen Ideen bei der Trilogie von “Indiana Jones” (seit 1981), bei “Hellboy” (2004) und schließlich “Iron Sky” (2012). Doch hat sich auch ein nicht zu unterschätzender esoterischer Neonazismus gebildet, insbesondere im deutschsprachigen Raum. REMID interviewte dazu den Religionswissenschaftler Julian Strube (Universität Heidelberg). Dieses Jahr erschien seine Monographie “Vril. Eine okkulte Urkraft in Theosophie und esoterischem Neonazismus” (man vgl. auch seinen Aufsatz in der Zeitschrift für Religionswissenschaft, Bd. 20, Heft 2 [Nov. 2012]: Die Erfindung des esoterischen Nationalsozialismus im Zeichen der Schwarzen Sonne).

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“Eine exorbitante Entwicklung rassistischer Angriffe”: Forschungsbericht zur Kontinuität und Aktualität einer Ideologie

Mittwoch, 23. Januar 2013

“Hass hat Zukunft”, so ist der Aufmacher der Titelseite der Jüdischen Alllgemeinen vom 10. Januar 2013 überschrieben. Hannes Stein argumentiert, “Judenfeindschaft wird zunehmend salonfähig. Bald kann man sich auch wieder stolz dazu bekennen”. Jakob Augsteins Meinungen, für die ihm auf einer Liste der “zehn schlimmsten” Antisemiten des Jahres 2012 vom Simon-Wiesenthal-Zentrum in Los Angeles ein Platz zuteil wurde, werden laut Stein von der Mehrheit der Deutschen geteilt. “Hass hat Zukunft” gilt leider ebenso für rassistische Ressentiments. Mehr noch: Bezüglich Rassismus hat der Historiker Dr. Harry Waibel einen aktuellen Forschungsbericht vorgelegt, der aufzeigt, in welchen Dimensionen Rassismus in der Geschichte der beiden deutschen Republiken eine Rolle inne hatte. Die Opfer des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) sind zudem nur die bekanntesten Todesfälle mit rassistischen Hintergrund. REMID interviewte den Autoren zu seinem neuen Buch.

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Studie über Junge Freiheit: Christentum und Islamfeindlichkeit statt Heidentum

Montag, 05. November 2012

Wie verhält sich die sogenannte “Neue Rechte” zu Religionen? In Europa nehmen die Wählerkreise rechter Parteien zu. Diskriminierung von Minderheiten nimmt auch in Deutschland zu. Während das Interview mit Florian Illerhaus die Islamophobie der Sarrazin-Debatte unter die Lupe nahm und Jörn Meyers in seiner Studie sich mit den Ideologen, Gemeinschaften und Entwürfen ‘arteigener Religion’ kritisch auseinandersetzte, hat Christian Uhrig sich in seiner Studie das Islam- und Christentumsbild der Zeitung “Junge Freiheit” vorgenommen. REMID interviewte den Mitarbeiter der Bayreuther Religionswissenschaft zu seinen Forschungsergebnissen.

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Apokalypse sucht Zombies? Entsolidarisierung und Sündenbocksuche im Zeichen der Krise

Sonntag, 24. Juni 2012

Das amerikanische Centers for Disease Control and Prevention machte in einer Email vom 31. Mai gegenüber der Hufftington Post deutlich: “CDC does not know of a virus or condition that would reanimate the dead (or one that would present zombie-like symptoms)”. “Zombie Apokalypse” war zuvor zu einer der häufigsten Eingaben bei Google in Amerika geworden. Menschen hatten nach dem Konsum einer Droge aus chinesischen Badesalzen andere Menschen angegriffen und … “angefressen”. Das CDC setzte allerdings bereits vor diesen Ereignissen auf “Zombies” als Marketingstrategie: “Wer gut ausgerüstet ist für eine Zombie-Apokalypse, der wird auch gut vorbereitet sein für einen Hurrikan, eine Pandemie, ein Erdbeben oder eine Terroristenattacke”. “[O]b Börsenkrise, Naturereignis oder terroristischer Anschlag” (S. 11) – seit 2010 hat auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe einen Leitfaden “Schutz Kritischer Infrastrukturen – Risiko- und Krisenmanagement“, bereits in der 2. Auflage, als Teil einer 2009 verabschiedeten “Nationalen Strategie zum Schutz Kritischer Infrastrukturen”. Der Survivalmarkt boomt. Aber eben auch die Anfeindungen und allgemeine Entsolidarisierung mit Gruppen, welche als vermeintlich Schuldige in Frage kommen.

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Märchen und Magie zwischen Wirklichkeit und Fiktion. Eine Kritik

Freitag, 18. Mai 2012

Anlässlich des Gebrüder-Grimm-Jahres veranstaltete REMID am 30. April einen Vortragsabend. Die Marburger Brüder-Grimm-Stube war gut besucht. Im Gegensatz zu vielen Darstellungen des Märchens als universale Erzählform mit vornehmlich ursprünglich oraler Verbreitung wurde seine besondere Rolle als Produkt der europäischen Geschichte betrachtet. Das Mittelalter kennt im eigentlichen Sinn keine Märchen (auch wenn heute manches als solches verkauft werden mag). Das Märchen besteht streng genommen nur als “Kunstmärchen” und ist zu unterscheiden von Textformen wie dem Artusroman, der Heiligenlegende, dem Heldenepos, dem Schwank oder der Aesop nachempfundenen Tierfabel. Das Pentameron (1634-36) zeigt sogar, dass Märchen als Textgattung in Abhängigkeit stehen können zur im Humanismus entwickelten Form der Novelle: Titel und Struktur des Werkes sind an Giovanni Boccaccios Novellensammlung Decamerone (1349-1353) orientiert. Letztlich liegt einfach ein schwerwiegendes Missverständnis vor: Das Märchenhafte des Mittelalters ist ein Resultat der inneren Kritik der Aufklärung seit der Reformation in Europa. Erst durch diese Filter und unter Reflexion der Erfahrungen im Kolonialismus, in der Romantik, im Nationalismus usf. wurden Märchen heute das, was sie unterstellen immer schon gewesen zu sein: zum Ausdruck einer universellen Stimme des Mythos (wie des kollektiven Unbewussten).

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Der “arische” Jesus und “arteigene Religion”: Neue Studie zu einem spirituellen deutschen Sonderweg

Freitag, 11. Mai 2012

Die Wiederbelebung sogenannter “heidnischer” Religionen setzte zwar gleichzeitig mit der Entwicklung der Nationalismus-Idee ein, doch ist das aus christlicher Perspektive konstruierte Konzept des Paganen ebenso offen für Universalisierungen. So unterscheiden sich frühe Versuche keltischer Orden in Anlehnung an die Freimaurerei in England stark von heutigen populären Bewegungen wie Wicca, modernen Schamanismus oder den meisten ethnisch konstruktiven Formen von Paganismus (keltisch, germanisch, slawisch, römisch, griechisch usf.). Entsprechend speziell sind biologistisch-rassistische Konzepte sogenannter “arteigener Religion” im deutschsprachigen Raum vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Zeit des Nationalsozialismus. Als interdisziplinäre Arbeit zwischen Neuerer Geschichte und Religionswissenschaft entstand an der Universität Hannover Jörn Meyers‘ Studie „Religiöse Reformvorstellungen als Krisensymptom? Ideologen, Gemeinschaften und Entwürfe ‘arteigener Religion’ (1871-1945)“. REMID interviewte den Autoren.

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Ressource oder Wachstumsblase Bildung? “Religiöse” und utopische Aspekte eines besonderen Konzeptes

Samstag, 07. April 2012

Betrachtet man den sogenannten “Verbraucherpreisindex für die Bundesrepublik Deutschland“, haben die meisten Graphen eine spätestens seit 2005 steigende Tendenz. Das meiste wird teurer, “Bekleidung und Schuhe” pendeln seit den 1990ern auf dem gleichen Niveau, ähnlich gibt es bei “Freizeit, Unterhaltung und Kultur” langfristig kaum Veränderung. Rasant abstürzend aus vergleichsweise schwindelnden Höhen verliert sich die “Nachrichtenübermittlung”. Dagegen klettert das “Bildungswesen” in solche Höhe empor, alle anderen Graphen weit hinter sich lassend.
Daneben steht etwa “Am schwarzen Berg” von Anna Katherina Hahn, das Werk erhielt die Auszeichnung einer Nominierung für den Leipziger Buchpreis 2012 unter der Rubrik “Belletristik”. Die Jury nennt den Roman um Peter und Mia im Stuttgart des Jahres 2010 eine “gnadenlose Milieustudie des alltäglichen Lebens zweier Familien mit den Gewohnheiten und Verzweiflungen einer akademischen Mittelschicht”. Moritz Bassler nennt das Buch in der TAZ gar einen “metabildungsbürgerliche[n] Roman“. Das “ganze bürgerliche Bildungskonzept” rücke “im Verlauf der Lektüre in ein neues, durchaus unerwartetes Zwielicht”. Viele Rezensenten sehen das (tragisch endende) Seelenleben eines idealtypischen “Wutbürgers” dargestellt, “bürgerliche Bildung” erscheint gar als idealistisch-humanistischer Religionsersatz – symbolhaft repräsentiert durch die schwäbische Romantik eines Eduard Mörike, aus dessen Gedicht “Die Elemente” der Titel entlehnt ist (“Am schwarzen Berg da steht der Riese…”).

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Der Horrorfilm als derbe Predigt – bluttriefende Moraldidaxe im Kino

Freitag, 13. Januar 2012

Für gewöhnlich heißt es gerne, Horror sei des Teufels liebster Film und entsprechend warnt z.B. Harald Lamprecht, davor, es sei “bezeichnend, dass immer wieder Satanisten in ihrer Biographie davon berichten, wie sie über das Sehen von Horrorfilmen zum Satanismus gekommen sind”. Tatsächlich – und das gilt nicht allein für Horror – handelt es sich um ein Genre mit zumeist sehr deutlichen Gut-Böse-Schemata. Horrorfilme können gar als Ausdruck einer christlichen Moraldidaxe interpretiert werden, welche moralische Exempel liefert – unabhängig von und nur in sehr wenigen Fällen mit Beteiligung von Priestern oder Theologen einer organisierten Kirche. Das Böse tritt auf moderne Weise in Filmen wie “Rosemarie’s Baby” (1968), “Der Exorzist” (1973) oder “Das Omen” (1976) zutage. Von den gothic novels und dem Schauerroman der Romantik herkommend, begann das Genre mit Literaturverfilmungen von Mary Shelleys “Frankenstein” (1910, 1931) und Bram Stokers “Dracula” (1922 als “Noferatu”). Neue Stoffe fanden sich in den Gebieten der Ethnographie (“Der Golerm” z.B. 1920 von Paul Wegener, “White Zombie” 1932) sowie der Psychoanalyse und Hypnose (“Das Cabinet des Dr. Caligari” 1920). Zugleich spielen diese Filme häufig in einem magischen Universum, das mehr oder weniger in eine heile Alltagswelt einbricht. Ist insofern die Kritik dieser Filme aus theologischer Richtung (einschließlich der Absprache ihres moralischen Anspruchs) nur eine moderne Tradition des Ausdrucks protestantischer Schelte an einem hermetisch aufgeladenen, bunten Katholizismus?

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Islamophobie: Pauschale Ablehnung einer gesamten Religionsgemeinschaft hat mit Religionskritik nichts zu tun

Freitag, 02. Dezember 2011

Während die schwarz-gelbe Regierungskoalition ihre ursprünglichen Pläne zur Kürzung der Programme gegen Rechts zurücknehmen will, kritisieren konservative Stimmen “Symbolpolitik” oder streiten um die Extremismusklausel (welche auch manche Kooperationspartner beim Kampf gegen Rechts betrifft). Alle Erklärungen und Absichten angesichts der aktuellen Rechtsterror-Debatte sollten sich aber nicht allein auf altbekannte Milieus wie die Neonazi-Szene oder ein neu zur Diskussion stehendes NDP-Parteiverbot konzentrieren: So verwundert es kaum, dass wenige jetzt Thilo Sarrazin ins Gedächtnis rufen, der letztes Jahr mit seinem Bestseller “Deutschland schafft sich ab” demonstrierte, dass rechte Positionen in Bezug auf den Islam viel tiefer in der Gesellschaft verwurzelt sind. Wir interviewen dazu den Buchautor und Religionswissenschaftler Florian Illerhaus.

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