„Intensivgruppen“? Alter Wein in neuen Schläuchen

Der Begriff „Sekte“ ist diskriminierend und ohne wissenschaftliche Schärfe, da ihm – wenn überhaupt – zumeist Kriterien zugrunde gelegt werden, die gerade nicht distinktiv sind („charismatischer Führer“, „geschlossenes Weltbild“, „Bewusstseinskontrolle“; vgl. Artikel bzw. Interviews über religionsbezogene Diskriminierung, aktuelle Ansätze in der Erforschung von Religionen, Sekten-Macher und Berichterstattung über Religion). Nun ist es sehr verständlich, dass dennoch weiterhin ein Interesse besteht, sozusagen die „Guten“ von den „Schlechten“ zu sondieren. Jüngst veröffentlichte z.B. die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen ein neues Stichwort „Bewusstseinskontrolle“ von Michael Utsch, welches unter Rückgriff auf Hansjörg Hemminger (Grundwissen Religionspsychologie, Freiburg im Breisgau 2003, S. 228ff.) von „Intensivgruppen“ spricht. Woher stammt dieses Konzept „Intensivgruppen“? Eignet es sich als differenziertes methodisches Instrument?

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„Der Brahmane sagt…“ – Digital Humanities, Big Data und Religionswissenschaft

Vom Human Brain Project über die angehäuften einer Auswertung harrenden Scherbenlager aus archäologischen Ausgrabungen zu dem reichhaltigen aufgearbeiteten Transkriptionsfundus des Deutschen Text Archives – in vielen Bereichen haben sich große Datensammlungen entwickelt. Als Digital Humanities versuchen Forschungsprojekte ihr jeweiliges Korpus zu erschließen und über sozusagen Big Data (vgl. auch Claas Triebel: Fünf Jahre nach dem Ende der Theorie, Telepolis 02. Juli 2013, unter Bezug auf Chris Andersons „End of Theory“ von 2008) neue Methoden und Erkenntnisse zu gewinnen. REMID interviewte dazu den Religionswissenschaftler Frederik Elwert vom Bochumer SeNeReKo-Projekt „Semantisch-soziale Netzwerkanalyse als Instrument zur Erforschung von Religionskontakten“.

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