Interview mit Buchautor Christian Röther: Islamfeindlichkeit von AfD und Pegida

Christian Röther (Religionswissenschaft Göttingen) promovierte über die islamfeindliche Szene in Deutschland. Dafür recherchierte er mehrere Jahre über die Szene und führte ausführliche Interviews mit antiislamischen Aktivistinnen und Aktivisten. Seit 2009 arbeitet er als Hörfunkjournalist, u. a. für den Deutschlandfunk. 2016 wurde Röther mit dem Niedersächsischen Medienpreis ausgezeichnet. Zu seinem neuen Buch „Wenn die Wahrheit Kopf steht. Die Islamfeindlichkeit von AfD, Pegida & Co.“ (2017) hat REMID ihn interviewt.

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Islamkritik und Rassismus. Ein Briefwechsel über einen Essay von Ahmad Mansour


In der linksliberalen Taz veröffentlichte Ahmad Mansour am 9. Juli 2016 einen Essay „Linke und Muslime – Wir sind nicht eure Kuscheltiere“, mit dem Untertitel: „Das linksliberale Spektrum tut sich schwer mit kritischen Muslimen. Es erklärt sich zum Beschützer konservativer Muslime und macht sie so zu Opfern“. Folgende Diskussion von Christoph Wagenseil (REMID) und Verena Maske, Religionswissenschaftlerin mit Schwerpunkt islamische Gegenwartskultur (Universität Marburg), ging von diesem Essay aus.

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Interview: „Abbau der systematischen Benachteiligung für Menschen ohne Religion“

Im aktuellen diesseits-Heft des Humanistischen Verbandes Deutschlands wurde an einer Stelle der REMID-Blogartikel „Extreme liegen vorn: Alexa Ranks von religionsbezogenen Webseiten für Deutschland“ vom 30. Nov. 2012 besprochen. Auch Dr. Michael Blume hatte sich vor einem Jahr unter dem Titel „Ablass per Twitter – Welche Religionen und Weltanschauungen gewinnen im Internet?“ auf die ermittelte Rangliste religionsbezogener Webseiten in einem sogenannten SEO-Analyse-Tool bezogen. Anlass genug, mit Arik Platzek, diesseits-Redakteur, Journalist, Erfinder von wissenrockt.de, ein Interview zu führen – über Humanismus in Deutschland, Religionskritik, Sozial- und Medienarbeit – und Spiritualität.

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„Polemik gegen die Schwerkraft“? Religionskritik am Beispiel eines neuen Kompendiums

Oft hören wir bei REMID, wir oder die Religionswissenschaft seien nicht kritisch. Oft ist damit eine Kritik von Religion als solcher gemeint – aufgrund metaphysischer Überlegungen – bzw. eine Herrschaftskritik (vgl. Artikel Die Linke und die Religion). Letztere hat aber in säkularen Gesellschaften nicht den gleichen emanzipatorischen Wert wie in theokratischen (vgl. Interview Gleiche Rechte für alle Religionen und Weltanschauungen). Allerdings auch Kritik an (einzelnen) Religionen sollte Kriterien ernstnehmen, die ein Abgleiten in religionsbezogene Diskriminierung, Antisemitismus, Islamophobie etc. zu vermeiden suchen. Der folgende Gastbeitrag von Friedemann Rimbach-Sator (Religionswissenschaft Marburg) vergleicht das neu erschienene Werk „Problemfall Religion – Ein Kompendium der Religions- und Kirchenkritik“ von Gerhard Czermak mit dem Band „Kritik an Religionen“ (REMID 1997).

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(A)Theismus und Religionsphilosophie: Aktuelle Streiflichter zur Debatte um die Existenz Gottes

vier_reiter_atheismusNicht nur der Religionsbegriff lohnt einer näheren Betrachtung, wenn es um den sogenannten neuen Atheismus geht (vgl. Artikel Gefangen im Sprachspiel: Der Religionsbegriff und die neuen Atheisten). REMID interviewte PD Dr. Stamatios Gerogiorgakis (Universität Erfurt) zu milderen und strengeren Spielarten des Atheismus, zur rationalen Wahrscheinlichkeit Gottes und zur Religionsphilosophie.

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Übersetzer als Konquistadoren. Eine Geschichte der „Eroberung“ heiliger Texte durch den Westen

So wie viele historische Irrtümer über Andersgläubige oder „fremde Kulturen“ häufig auf Unkenntnis oder irrtümlicher Kenntnis beruhen, existieren heute insofern falsche Einschätzungen vergangener Kulturepochen und ihrer Konfliktlagen, als dass der Weg der Kunde in den Westen nicht geläufig ist. Die Geschichte erster Beschreibungen und früher Übersetzungen z.B. nicht-christlicher heiliger Texte eröffnet dabei einen anderen Blick sowohl auf die für eine Globalisierung bedeutsame philologische Aufarbeitung dieser Wissensbestände durch die „westlichen Kulturen“ (vgl. aber auch Interview zum Eurozentrismus) als auch auf diejenigen Transformationsprozesse, welche durch diese sozusagen „geistige Eroberung“ des Fremden allmählich in Gang gebracht worden sind.

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„Extreme“ Diskurse? Die Linke und die Religion

Es war im Jahr 2007 oder 2008, als eine Antifa-Gruppe zu einem Vortrag über „Esoterik“ in ein Szene-Café einlud. Um die dort beschriebenen Gruppierungen und Autoren, die unter Rückgriff auf Literatur wie die von Jutta Ditfurth (z.B. „Entspannt in die Barbarei. Esoterik, [Öko-]Faschismus und Biozentrismus“, 1996) als „Esoterik“ verhandelt worden sind, soll es gar nicht gehen. Entscheidender war der Diskussionsteil. Letztlich wurde auf den Punkt gebracht, dass jegliche Übernahme einer Praxis aus einer anderen Kultur bzw. Religion rückständig sei (so auch z.B. Yoga). Die Kontexte, in welche die Praxis ursprünglich eingebettet gewesen sei, könne man nicht einfach so ausblenden. Diese Kontexte wirken fort und deshalb müssten solche Kulturtransfers mit Kritik bekämpft werden. In letzter Konsequenz, so die Lehre aus dieser Abendveranstaltung für einige im Publikum anwesende Studierende der Religionswissenschaft, ergeben sich ideale Voraussetzungen für problematische Allianzen.

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Beschneidungsdebatte: „Auf beiden Seiten durch heftige Polemik gekennzeichnet“

„‚Viele haben die Beschneidungsdebatte missbraucht‘. Der Präsident des Zentralrats der Juden beklagt Antisemitismus und Bevormundung in der Diskussion über die Beschneidung von Jungen. Selbst in der ’seriösen‘ Debatte sei einiges schiefgelaufen“, so zitierte die Welt am 28. Dezember Dieter Graumann. Aber die Debatte geht trotz der gesetzlichen Übergangsregelung weiter, wie etwa ein neuer Kommentar von Richter Ralf Eschelbach zum Strafgesetzbuch, § 223 (Körperverletzung), Randnummer 9 f. vom Mai 2013 zeigt: „Für gläubige Juden und Muslime, aber auch für koptische Christen, steht die Pflicht zur Beschneidung nicht zur Disposition (BT-Drs 17/11295, 7), während das Grundgesetz das Recht auf körperliche Unversehrtheit nur in Grenzen zur Disposition des Inhabers stellt; das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und ungestörte kindliche Sexual- und Gesamtentwicklung zählt zum Unverfügbaren (Art 1 Abs 1 GG, Art 79 Abs 3 GG). Politik und Religion dürfen darüber nicht verfügen“. Zur Beschneidungsdebatte (vgl. auch Artikel Religion und Missbrauch) interviewte REMID den Religionswissenschaftler und Philosophen Robert Stephanus (Universität Hannover).

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Was forschen ReligionswissenschaftlerInnen in Deutschland?

Vor bald zwei Jahren wurde der Frage „Religionswissenschaft im Aufwind?“ nachgegangen, anlässlich der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Religionswissenschaft (DVRW), die sich 2011 in Heidelberg diesem Thema widmete. Dieses Jahr ist es wieder so weit: „Empirie und Theorie — Religionswissenschaft zwischen Gegenstandsorientierung und systematischer Reflexion„, darum geht es bei der diesjährigen Tagung vom 11.-14. September in Göttingen. Ein solcher Titel bietet einen Anlass, mal nachzufragen: Was forschen ReligionswissenschaftlerInnen eigentlich aktuell in Deutschland?

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