Beispiele für angewandte Religionswissenschaft? Internationale Zugänge zur Dialogforschung

Das internationale Forschungsprojekt „Religion and Dialogue in Modern Societies“ (ReDi), angesiedelt unter anderem an der ‚Akademie der Weltreligionen der Universität Hamburg‘, reagiert angesichts einer multireligiösen Gesellschaft auf das Desiderat einer wissenschaftlichen Dialogforschung. Durch die Erforschung des komplexen Phänomens religiöser Begegnungen sollen so Möglichkeiten eröffnet werden, eine offene und friedliche Gesellschaft zu erschaffen, die in Theologie und Praxis die Religionsvielfalt explizit mit einbezieht (vgl. Darstellung der Akademie der Weltreligionen). Unterstützung findet dieses Projekt dabei vom Bundesministerium für Bildung und Forschung innerhalb 2013 und 2018 mit einer Fördersumme von 3,1 Millionen Euro (ebd.). Im Rahmen zweier Konferenzen im Vorfeld des internationalen Projektes entstand dabei das Konzept des nun Anfang 2014 erschienenen Buches „Religion and Dialogue – International Approaches„, dessen Beiträge größtenteils von Konferenzteilnehmenden und -Referent_innen stammen (hrsg. von Wolfram Weisse, Katajun Amirpur, Anna Körns und Dörthe Vieregge; Münster: Waxmann Verlag 2014, S 9 [= R&D]). Diesen widmet sich der aktuelle Gastbeitrag von Friedemann Rimbach-Sator.

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(A)Theismus und Religionsphilosophie: Aktuelle Streiflichter zur Debatte um die Existenz Gottes

vier_reiter_atheismusNicht nur der Religionsbegriff lohnt einer näheren Betrachtung, wenn es um den sogenannten neuen Atheismus geht (vgl. Artikel Gefangen im Sprachspiel: Der Religionsbegriff und die neuen Atheisten). REMID interviewte PD Dr. Stamatios Gerogiorgakis (Universität Erfurt) zu milderen und strengeren Spielarten des Atheismus, zur rationalen Wahrscheinlichkeit Gottes und zur Religionsphilosophie.

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„Religionen“ und der philosophische Streit der Fakultäten

Der Zoologe und Verhaltensforscher Frans de Waal fragt „Ist militanter Atheismus eine Religion geworden?“ und fordert im Anschluss einen neuen Humanismus „unter Primaten“ (Salon vom 25. März). Die Probleme „weiter“ Religionsbegriffe wurden bereits thematisiert, genauso wie die Schwierigkeiten „traditioneller“ Religionskonzepte. Gibt es vielleicht eine philosophische Möglichkeit, etwas Klarheit in die Diskussion zu bringen? Möchte man „Religionen“ in einem logischen Kalkül näher bestimmen, bietet sich an – erst einmal unter Ausschluss solcher Bestimmungen, welche ontologisch ein wie auch immer geartetes („religiöses“) Sein (höherer Wesen oder spezieller Erfahrungen) voraussetzen, oder „Religion“ im Singular als z.B. ethisches Prinzip deuten – , diejenige Differenz ins Auge zu fassen, welche auch für entsprechende historische Auseinandersetzungen seit der Aufklärung prägend wurde: Demnach sind „Religionen“ zunächst eine Form der (potenziellen) Vergemeinschaftung unter Einbezug bzw. auf Basis von gemeinsamen metaphysischen Urteilen.

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Ein Versuch über Rudolf Ottos „Das Heilige“

Gewisse Schwierigkeiten können sich demjenigen in den Weg stellen, der zu Beginn des 21. Jahrhunderts versucht, sich auf eine angemessene Weise dem Werk Rudolf Ottos zu nähern. Sein Hauptwerk „Das Heilige – Über das Irrationale in der Idee des Göttlichen und sein Verhältnis zum Rationalen“ von 1917 (im folgenden zitiert nach der 23-25. Auflage, München: Beck 1936; die eigenwillige Orthographie entstammt Ottos Wunsch) mag ein Meilenstein in der Geschichte der Religionswissenschaft sein, doch erscheint es für den Fachfremden erst einmal so, als spiele Ottos Werk in aktuellen Diskursen kaum eine Rolle. Sein Begriff des „Numinosen“ hingegen ist wohl in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen, wie ein kurzer Blick ins Internet ergibt.

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Rumänische Kultur, Orthodoxie und der Westen

Orthodoxie bezeichnet eigentlich die „rechte Lehre“. Dabei weiß kaum ein Katholik oder Protestant, warum eigentlich dieser Begriff für die Ostkirchen gebräuchlich ist. Noch weniger ist bekannt über die Gegenwart dieser christlichen Richtungen in der Moderne.
Nicolai Staab konnte kürzlich erst seine Promotion im Fach Religionswissenschaft am Lehrstuhl für Orthodoxes Christentum der Philosophischen Fakultät an der Universität Erfurt abschließen: „Rumänische Kultur, Orthodoxie und der Westen. Der Diskurs um die nationale Identität in Rumänien aus der Zwischenkriegszeit“. Schon 2004 konnte er während eines DAAD-geförderten Recherche-Aufenthaltes in Rumänien Eindrücke sammeln. Daraus entstand die Magisterarbeit „Die unierte Kirche in Rumänien 1948-1989“.

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