Spiritualität als Friedenswerkzeug. Interviews aus einer jüdisch-palästinensischen Dorfgemeinschaft

Annalena Groppe hatte beim Münsteraner REMID-Vortragsabend im Oktober 2014 über „Spiritualität als Friedenswerkzeug“ vorgetragen. Sie war in Neve Shalom / Wahat al-Salam (Oasis of Peace) auf halbem Weg zwischen Jerusalem und Tel Aviv, um Interviews in dieser jüdisch-palästinensischen Gemeinschaft zu machen. Wir befragten sie zu ihrem Forschungsprojekt. Annalena Groppe studierte den Bachelor in Religions- und Sozialwissenschaft an der Ruhr-Universität in Bochum mit Schwerpunkten in qualitativer Religionsforschung sowie Religionssoziologie. Momentan studiert sie das Master-Programm „Peace, Development, Security and International Conflict Transformation“ an der Universität Innsbruck.

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Spirituelle Atheisten? Statistische Einblicke in aktuelle Formen weltanschaulicher Selbst-Verortung

Bereits im Jahr 2006 erbrachte eine Studie der Düsseldorfer Identity Foundation, welche seit 2001 einen Meister-Eckart-Preis vergibt, in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim, dass 10-15 Prozent der Bevölkerung „spirituelle Sinnsucher“ seien – neben 35% Religiös Kreativen, 10% Traditionschristen und 40% Alltagspragmatikern. In der Sprache des SINUS-Instituts heißt das („Was wollen die Schäfchen?“ 2011): Neben 15% Traditionellen, 10% Konservativ-Etablierten, 14% „Bürgerliche Mitte“, 7% Liberal-Intellektuellen, 7% Sozialökologischen, 9% „Prekären“ und 15% Hedonisten finden sich 7% Performer, 9% Adaptiv-Pragmatische und 6% Expeditive. Während Religiosität fast überall eine Rolle spielt, ist der Zugang doch sehr verschieden. Bei einem aktuellen Forschungsprojekt der Universität Bielefeld und der University of Tennessee in Chattanooga (USA), „Spiritualität in Deutschland und den USA“, sagt gar die Hälfte der Befragten, sie sei „eher spirituell als religiös„. Warum die in dieser Studie festgestellten spirituellen Atheisten, Agnostiker und Nontheisten keinen logischen Widerspruch leben und worum es eigentlich konkret beim boomenden Spirituellen gehen kann, das ist das Thema des REMID-Blogs zur aktuellen Woche.

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Natur des Glaubens? Die Kontroverse um die Evolutionary Religious Studies

Dr. Michael Blume, der als Religionswissenschaftler über die Arbeiten von Hirnforschern zur Religion promovierte, dürfte den meisten insbesondere aufgrund seines Blogs „Natur des Glaubens. Evolutionsgeschichte der Religion(en)“ bzw. „Biology of Religion. Exploring the Natural History of Faith“ bekannt sein. Die deutsche Version erhielt 2009 den Scilogs Preis. Blume ist Teil des Forschernetzwerk der Evolutionary Religious Studies. Seine in der Religionswissenschaft bereits kontrovers diskutierten Thesen (vgl. „Gott, Gene und Gehirn. Warum Glaube nützt. Die Evolution der Religiosität“, mit Rüdiger Vaas, 2. Aufl. 2009) beeinflussten bereits Memetikerin Susan Blackmoore, allerdings versuchte auch Thilo Sarrazin mit verkürzten Zitaten aus Blumes Arbeiten seine kruden Theorien zu belegen. Vor kurzem erst sprach Michael Blume bei unserer Veranstaltungsreihe „Religion am Mittwoch“ über „Evolutionsforschung zur Religion: Chancen und Grenzen“.

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