Generationen in Konflikt und Wechsel: Von „Jugendsekten“ zur „Gemeinde 2.0“

Karl Mannheim übertrug 1928 das kunstepochale Verständnis von Bewegungen, wie es spätestens seit „Sturm & Drang“ und der Romantik Gang und Gebe wurde, auf den Begriff der „Generationen“. Inhalte und historische Ereignisse sollten es nun sein, welche ein Generationsgefüge bestimmen. Bis dahin waren „Generationen“ lediglich statistisch relevante Einheiten von zumeist 30 Jahren. Auch für die Religionswissenschaft ist dieser Begriff von Relevanz geworden, etwa dadurch dass es gerade der gelungene Generationswechsel sei, welcher zum wichtigen Indiz dafür wird, dass eine Neue Religion sich verfestigt bzw. etabliert. Dieser Generationsbegriff hat einige Konsequenzen nicht nur für Debatten um sogenannte „Sekten“.

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Heilige Medien: Von der Teufelsbibel bis zur Tempel-App

Die Zeichen haben längst die Starre steinerner Monumente hinter sich gelassen, Rechnungen bzw. andere ökonomische Texte sind handlicher geworden als etwa VAT 12770, eine sumerische Cuneiform im Vorderasiatischen Museum Berlins aus Fara (Periode ED IIIa, ca. 2600-2500 v.u.Z.). Inzwischen erlauben mobile Endgeräte, dass man z.B. jederzeit in der Lage ist, die nächstliegende Moschee zu finden (zumindest im United Kingdom und in Nordamerika; entsprechend gibt es einen buddhistischen „Temple Finder“) oder sogar weltweit Restaurants mit „halal food„. Abgesehen von der dabei relevanten GPS-Ortungsfunktion des mobilen Endgerätes – wie unterscheiden sich solche Medien von den weniger Handlichen? Wie viel Inhalt steckt in der Medienrevolution? Was bedeutet diese für heilige Texte? Können virtuelle Orte heilig sein?

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Globale Gurus: Indische Religionen auf Welttournee

Vielen Menschen ist heute vertrauter, dass „Hinduismus“ ein Sammelbegriff ist, hinter dem sich eine Vielzahl von Religionen verbirgt. Bewegungen wie die Hare Krishnas haben einen indischen Hintergrund, agieren aber international, auch in Deutschland. Die Frage, ob bzw. inwieweit und aus welcher Perspektive letztgenannte z.B. „hinduistisch“ sind, lässt sich gar nicht so einfach beantworten. Wir haben zu aktuellen Entwicklungen um globale Gurus und indische Religiosität Prof. Dr. Frank Neubert (Religionswissenschaft in Bern) befragt. Von ihm ist bei REMID die Studie „Krishnabewusstsein. Die International Society for Krishna Consciousness (ISKCON) – ‚Hare-Krishna-Bewegung‘“ mit Unterstützung des Sonderforschungsbereiches Ritualdynamik der Universität Heidelberg erschienen. Seine aktuellen Arbeiten beschäftigen sich neben vielem anderen mit Neuformierung von Religion in der Gegenwart und „Global Hinduism“.

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