„Wenn es wirklich eine fünfte Grundkraft gäbe, sähe unsere Welt vollkommen anders aus“

„Würde der homöopathische Wirkmechanismus funktionieren“, überlegt Vince Ebert aktuell im „Spektrum der Wissenschaft“ unter dem Titel „Alternative Medizin: Das Wunder der Homöopathie“ (10. Dez. 2016), „so stünde dieser im Widerspruch zu einer Vielzahl von fundamentalen physikalischen und biochemischen Naturgesetzen. Allein die Existenz eines Wassergedächtnisses und einer ‚geistartigen Kraft‘ hätte eine fünfte – bisher vollkommen unbekannte – physikalische Grundkraft zur Folge“. Ebert macht daraus ein Argument gegen die Homöopathie: „Wenn es wirklich eine fünfte Grundkraft gäbe, sähe unsere Welt vollkommen anders aus. Sie würde nach komplett anderen Naturgesetzen funktionieren, die man dann auch in vielen anderen Bereichen beobachten würde. Und weil das eben nicht der Fall ist, existiert der postulierte Mechanismus der Homöopathie nicht“. Dabei kommt es regelmäßig in der Physik vor, dass über die Möglichkeit einer fünften Grundkraft nachgedacht wird, wenn auch z.B. eher in der Art, „dass hinter den Unregelmäßigkeiten in den Daten des Experiments ein sogenanntes protophobes X-Boson steckt, das – so glauben die Physiker weiter – eine bisher unbekannte nur sehr lokal wirkende Kraft überträgt“ („Physiker finden Hinweise auf fünfte Grundkraft der Natur“, Der Standard, 27. Mai 2016).

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Interview: „Abbau der systematischen Benachteiligung für Menschen ohne Religion“

Im aktuellen diesseits-Heft des Humanistischen Verbandes Deutschlands wurde an einer Stelle der REMID-Blogartikel „Extreme liegen vorn: Alexa Ranks von religionsbezogenen Webseiten für Deutschland“ vom 30. Nov. 2012 besprochen. Auch Dr. Michael Blume hatte sich vor einem Jahr unter dem Titel „Ablass per Twitter – Welche Religionen und Weltanschauungen gewinnen im Internet?“ auf die ermittelte Rangliste religionsbezogener Webseiten in einem sogenannten SEO-Analyse-Tool bezogen. Anlass genug, mit Arik Platzek, diesseits-Redakteur, Journalist, Erfinder von wissenrockt.de, ein Interview zu führen – über Humanismus in Deutschland, Religionskritik, Sozial- und Medienarbeit – und Spiritualität.

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Die Geister, das Klima und die Börse: Wird „Skeptiker“ doppeldeutig?

Ursprünglich bezeichnete der Begriff „Skeptiker“ den Zugehörigen einer philosophischen Schule. Sicherlich ging es auch damals bereits um Skepsis an „metaphysischen“ Aussagen. Der moderne Skeptiker jedoch ist abhängig von einem Konzept der „Säkularität„, von einem Selbstverständnis als „aufgeklärt“ in Verbindung etwa mit einem naturwissenschaftlich fundierten materialistischen Monismus. Entsprechend versteht sich die „Skeptikerbewegung“ mit ihrer Kritik an z.B. „paranormalen“, „magischen“ Praktiken, Vorstellungen, Fähigkeiten etc. als Fortsetzung der Aufklärung. Demgegenüber macht sich ein neuer „Skeptiker“-Begriff breit. Zweifel werden hier fundiert mittels komplexer Verschwörungstheorien (wahlweise: Netzwerkanalysen). Gegenstände der Kritik sind auf der einen (rechteren?) Seite das Klima, der Euro etc. Auf der anderen Seite sind es aber auch die Börse und die Verteidigung von Datenschutz, Menschenrechten und Demokratie.

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