„Islam in der Krise“: Interview mit Buchautor Dr. Michael Blume

Schon früher hatte Dr. Michael Blume öffentlichkeitswirksam aufgezeigt, dass die Idee einer „Islamisierung des Abendlands“ ein Mythos ist. Den Kern bildeten damals Argumente aus seinen Forschungen zu Religion und Demografie. Ein Interview mit dem Magazin Qantara.de, ein halbes Jahr später (Ende 2016), hat bereits einige Akzente verschoben und neue Teilfelder eines großen Themas erschlossen: „Mythos von der Nicht-Säkularisierung von Muslimen. Stiller Rückzug statt Islamisierung“. Wiederum etwas mehr als ein weiteres halbes Jahr später liegt das Buch dazu vor: „Islam in der Krise. Eine Weltreligion zwischen Radikalisierung und stillem Rückzug“ (Patmos 2017; mit Buchtrailer). Aktuell ist bereits die 2. Auflage in Vorbereitung.

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Hizmet in Tansania und Deutschland: Feldforschung in der Bewegung des Fethullah Gülen

Gerade relativ aktuell hat Ilja Trojanow in einem Gastbeitrag der FAZ Sufismus als den „größten Feind des islamischen Extremismus“ skizziert (19. August 2016) als Antwort auf Stefan Weidner in der Süddeutschen („Warum der Sufismus gar nicht so friedlich ist“; 6. August 2016). Eine besondere Verknüpfung von Sufismus und Islamismus findet sich im Werk Fethullah Gülens, insofern man die Bildungs- und Missionsideen Gülens zur Transformation nicht nur der türkischen Gesellschaft zu letzterem hinzuzählen möchte (man vgl. allgemein auch Islamkritik und Rassismus. Ein Briefwechsel über einen Essay von Ahmad Mansour). Doch was ist das eigentlich für eine Bewegung, die Hizmet- oder Gülen-Bewegung? REMID befragte dazu Kristina Dohrn (FU Berlin, Sozial- und Kulturanthropologie), welche in ihrer Promotion („Beyond Classrooms: Ethics and Education at Gülen-inspired Schools in Urban Tanzania“) die Gülen-Bewegung in Deutschland, der Türkei und – als Schwerpunkt der Feldforschung – in Tansania untersuchte.

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Religionsfreiheit und religiöse Vielfalt 2014: Indikatoren und Berichte

„In Herford entlud sich die Gewalt zwischen Jesiden und Sympathisanten radikaler Islamisten“, hieß es am 7. August in der „Welt“ (vgl. unsere Kurzinformation Yeziden sowie zur aktuellen Situation den „[d]ringende[n] Appell zum Schutz der kurdischen Yeziden im Irak“ der Gesellschaft für bedrohte Völker, der Kurdischen Gemeinde Deutschlands und des Zentralrats der Yeziden vom 4. August). Die aktuelle Krise der Religionsfreiheit im Irak ist längst in Deutschland angekommen. Das zur Denunziation und Drohung an Häusern von Christen angebrachte arabische Nun wurde zum Solidaritätszeichen, das online aktuell auf Webseiten oder als Profilbild von Twitter-Accounts (darunter auch Kirchen) zu finden ist. Doch wie sieht es aktuell global überhaupt mit Religionsfreiheit aus?

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