| Fotografieren
im Feld
REMID-Fotokurs für ReligionswissenschaftlerInnen und EthnologInnen |
â Programm des Fotokurses vom Mai 2002
Vom
10. bis 12. Mai 2002 fand in Marburg ein REMID-Fotokurs für ReligionswissenschaftlerInnen
und EthnologInnen statt. Der Kurs soll 2003 wieder angeboten werden.
Geleitet
wurde der Kurs von Tobias Frick M. A., Religionswissenschaftler, freier
Journalist und Fotodesigner, Oldenburg.
Die
Präsentation von Prozessen und Ergebnissen einer Feldforschung schließt
häufig das Medium Fotografie mit ein. Die Qualität dieser Präsentation
ist also in hohem Maße von der Bildqualität abhängig, obwohl
das Fotografieren zumeist nur nebenbei geschieht. Viele ForscherInnen unterschätzen
diese "negative" Macht der Bilder und widmen der Fotografie zu wenig Aufmerksamkeit.
Die Folge sind unscharfe, überblitzte oder viel zu beladene Bilder,
die unnötig viel Erläuterung bedürfen und letztlich den
Zweck der Illustration und Dokumentation nur unzureichend erfüllen
oder gar ganz verfehlen.
Aber
auch ForscherInnen, die hier schon Problembewußtsein und Freude am
Fotografieren entwickelt haben, können häufig die Aussagekraft
und ästhetische Qualität ihrer Bilder steigern. Denn Hand aufs
Herz: wer denkt im Feld noch an die Gestaltung der Schärfentiefe,
die Kontrolle des Hintergrundes oder an die Möglichkeit, mit Blitz
"unsichtbar" aufzuhellen? Doch mit ein bisschen Wissen, Übung und
Routine ist das keine Zauberei!
Unser
REMID-Fotokurs möchte einladen diese ersten Schritte zu tun. Der Kurs
führt theoretisch und praktisch in die technischen Grundlagen der
Spiegelreflexfotografie inklusive Blitztechnik ein und gibt ästhetische
Hinweise zur Bildgestaltung. Wir wollen uns aber auch der Frage widmen,
wie wir rücksichtsvoll andere Menschen und das, was ihnen möglicher-weise
"heilig" ist, fotografieren können. Gerade hier kann unsere Gruppe
Gleichbetroffener zur wertvollen Quelle des Erfahrungsaustausches werden.
Und
last not least macht die Arbeit zusammen einfach mehr Spaß, und Spaß
ist die wichtigste Voraussetzung für gute Fotografien!
| Programm vom Mai 2002 |
Freitag
Theorie
2) Erste Bilderschau zum Warmwerden und zur Problemerkennung. JedeR TeilnehmerIn muss 10 Dias mitbringen, die nicht unbedingt aus dem Feld stammen müssen, aber den Bereich Portrait, Handlungsszenen, Architektur, alles, was auch im Feld Sinn macht, abdecken. Wir werden zwar nicht alle Bilder auf einmal schauen können; die Reihenfolge wird ausgelost, doch eine Fortsetzung erfolgt am Samstag. Und keine Angst, hier kann sich nun wirklich niemand blamieren!
4)
Einführung
in die Bildgestaltung
-
Figur-Grund-Beziehung
-
Bildkontraste (hell-dunkel, Farbkontraste)
-
"Goldener Schnitt"
-
Linien, Körper und andere Formen im Bild
-
Gestalten mit Schärfentiefe
-
Die Wahl der richtigen Brennweite ("Weitwinkel", Normalobjektiv", "Tele"),
des richti-gen Formats (Hoch- oder Querformat)
-
Das richtige Licht
13:00 Uhr: Mittagspause
6)
Gekonnt
Blitzen
(hier
gibt’s Blitztechniken, die ohne Aufwand mit einem Aufsteckblitzgerät
an der Kamera durchgeführt werden können, also nicht drei Blitze
auf einmal und so...), Theorie und Praxis
-
erstmal "normales" direktes Blitzen
-
indirektes Blitzen über Reflektoren (das kann z. B. die Raumdecke
sein)
-
Mischung von Blitzlicht und Umgebungslicht ("Aufhellblitzen", wärmere
Farben, der Hintergrund kommt auch aufs Bild, "Einfrieren" von Bewegungen
vor unscharfem Hinter-grund im Reportagestil)
-
Praxis an Gegenständen der Religionskundlichen Sammlung
8)
Exkursion
mit mehr oder weniger gemeinsame Fotopirsch durch Marburg.
(Das
ist möglicherweise der wichtigste Teil. Hier sind Fingerübungen
gefragt, die Motive sind absolut egal, es sollen schöne Fotos gemacht
werden, ich helfe wo ich kann. Ganz Mutige können ja schon mal einfühlsame
Feldforschung betreiben... Wir können noch einmal zusammen was Essen
und dann je nach Eile nach Hause aufbrechen.
Der Referent
Tobias
Frick M. A.
Studium
der Religionswissenschaft mit den Nebenfächern Politologie und Soziologie
in Marburg.
Tobias
Frick hat fotografische Felderfahrungen in der VR China und Ägypten
gesammelt und sich in den Bereichen Schwarz-Weiß-Labortechnik, Bildpräsentation
und Fotojournalismus fortgebildet. Er ist REMID-Vorsitzender und lebt als
freiberuflicher Fotodesigner und Journalist in Oldenburg.
Unterrichtsmaterial
Das
Programm sehr umfangreich und umfasst alles, was man/frau wissen muß,
um gute Bilder machen zu können. Aber weil das alles nicht zu behalten
ist, gibt’s Unterrichtsmaterial dazu. Es ist Stichwortartig aufgebaut,
enthält die wichtigsten "Faustformeln" der Fotografie und viel Platz
für die eigenen Gedanken.
Was muß
ich mitbringen?
10
Dias aus den Bereichen Menschen, Architektur u. ä. Es sollten
Motivbereiche sein, die im Feld "Sinn" machen. Schön wären schon
präsentierte Arbeiten aus dem Feld.
Eine
Spiegelreflexkamera
mit möglichst vielen manuellen Eingriffsmöglichkeiten
(Dieser
Kameratyp ist eigentlich ein Muß, wenn Sie keine haben, kommen Sie
nur mit einer anderen Kamera, wenn Sie fest entschlossen sind, im nächsten
Feld eine Spiegelreflex zu verwenden! Andere Kameratypen (abgesehen von
sehr teueren Sucherkameras mit Wechselobjektiven) können unser Kurswissen
nicht umset-zen!!! Vielleicht können Sie sich ja eine leihen. Übrigens,
Neu ist nicht besser als Alt, häufig ist der umge-kehrte Fall richtig.
Wenn Sie sich gerade sowieso eine kaufen möchten, schreiben Sie mir
eine eMail, wenn Sie Rat brauchen. Der Gebrauchtmarkt ist voll und unübersichtlich,
manchmal aber verdammt günstig! (tobias.frick@ewetel.net)
Ein
Objektiv
(Brennweite 50mm wäre am besten. Soweit vorhanden sollten, Sie aber
auch alle anderen Objektive dabei haben)
Aufsteckblitz
passend zur Kamera. (Wenn kein Blitz vorhanden, können Sie auch ohne
kommen. Aber ohne Blitz geht später fast nichts!)
Vielleicht
ein Stativ? (Oft unterschätzt und als ungeliebter Balast verachtet.
Für unseren Praxisblitzteil ist es aber sehr hilfreich, oder auch
um den Blitz zu ersetzen. Aber keine Bedingung.)
Kosten
REMID-Mitglieder
- nicht erwerbstätig: 70,00 Euro
REMID-Mitglieder
- erwerbstätig:
80,00 Euro
Nichtmitglieder:
100,00 Euro
In
der Gebühr sind enthalten: Unterrichtsmaterial, Getränke.
Kleiner
Tipp: Nichterwerbstätige sparen mehr, als REMID im Jahr kostet...
Die Kosten orientieren sich an VHS-Gebühren.