Religionswissenschaft im Beruf 2.0: Anmeldung noch bis 30. Juni möglich


Am 20./ 21. Juli 2019 werden sich im Mannheimer Stadthaus (geändert!) die Religionswissenschaftler*innen im Beruf und im Studium aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammenfinden und gemeinsam berufliche Möglichkeiten und Perspektiven austauschen.

Grafik: Pfeil nach rechts Anmeldung unter rib.remid.de

Vom Heidelberger Team der Veranstalter*innen interviewte REMID Isis Mrugalla, Sophie Stolberg, Clara Wenz und Philipp Wehage:

Grafik: Pfeil nach rechts “Wir sind richtig gut darin, Komplexität zu begreifen. Das ist quasi unsere Superkraft.” Interview zu Religionswissenschaft im Beruf (RiB) 2.0 (24. Mai 2019).

Neuer Themenschwerpunkt: Methoden der Religionswissenschaft

Eine lange aufgeschobene Aufgabe bestand darin, einen siebten Themenschwerpunkt zu bestimmen. Am besten sollte dieser dabei so gewählt werden, dass die Reihe an Themenschwerpunkten abgeschlossen werden kann. Längere Zeit war zwar ein Themenschwerpunkt “Religion und Gesundheit” geplant, und REMID dankt den zwei Interviewpartner*innen, die sich auf diesen Aufruf gemeldet haben. Dennoch reicht das vorhandene Material eigentlich nicht für einen eigenen Themenschwerpunkt aus. Zudem hätte dieser zu viele andere schöne Stücke auf weitere, noch zu entwerfende, achte und neunte Themenschwerpunkte verschoben.

Die Lösung mag den Fachkolleg*innen in dem Detail seltsam erscheinen, dass sie nicht von Anfang an auf der Hand lag: Methoden der Religionswissenschaft. Innerhalb dieses neuen Themenschwerpunkts wurde jetzt auch der Bereich “Religion und Gesundheit” integriert. Dass “Methoden” nicht von Anfang an im Blick waren, hat übrigens auch einen einfachen Grund: Interviews zu aktuellen Forschungen oder Theorieentwicklungen decken die Fachgeschichte nur unzureichend ab. Daher unterscheidet sich dieser Themenschwerpunkt von den übrigen durch eine Integration von weitaus mehr externen Materialien als sonst:

– Unter den jeweiligen Abschnitten, welche die Fachgeschichte aufgliedern, finden Sie zunächst die Buchcover wichtiger Grundlagenwerke. Ein Klick auf die Abbildung führt, soweit online (legal) vorhanden, zu Digitalisaten dieser Werke. Wer will kann also ein Selbststudium beginnen, dass im Unterschied zu Wikipedia weitaus besser erlaubt, auch “2. Linguistic Turn”, “3. Sozialwissenschaftliche oder qualitative Wende”, “4. Neue soziale Bewegungen: Diskriminierungsforschung & Gender Studies” oder “5. Religionswissenschaft und Postmoderne” angemessen zu erschließen.

– Die meisten Abschnitte sind zudem unterteilt. In einem Bereich werden weitere Grundlagentexte, besondere Einflüsse in dieser Periode oder Anwendungsbeispiele aufgeführt, wiederum mit vielen Möglichkeiten zum Weiterlesen. Darauf wird auf das diesbezügliche REMID-Angebot verwiesen.

– Ein umfangreicher Bereich “8. Diverse Datenbanken & Materialien” bietet schließlich sozusagen das Handwerkszeug für die Arbeit am Material, seien es Korpora von Textzeugen o.ä. (Ritualszenen), seien es spezifisch religionswissenschaftliche Bibliographien, Handbücher oder Archive oder soziologische Datenerhebungen.

Sicherlich ist diese Übersicht noch unvollständig. Gerne nimmt REMID Ergänzungsvorschläge entgegen.

Grafik: Pfeil nach rechts Methoden der Religionswissenschaft

Themenschwerpunkte insgesamt
Grafik: Pfeil nach rechts Religionsfreiheit
Grafik: Pfeil nach rechts Islam
Grafik: Pfeil nach rechts Christentum aus religionswissenschaftlicher Sicht
Grafik: Pfeil nach rechts Religionen der Welt
Grafik: Pfeil nach rechts Weltanschauungen und Säkularität
Grafik: Pfeil nach rechts Methoden der Religionswissenschaft
Grafik: Pfeil nach rechts Esoterik und alternative Spiritualität

Solidarität mit den Opfern des Christchurch-Terrorakts in Neuseeland

Sprachlosigkeit. Entsetzen. Schweigen. Zugleich aber Bias, kein Brennpunkt, keine Dauersondernachrichten im Fernsehen. Wieder Schweigen. Ein anderes Schweigen. Zugleich aber Medien als Vollstrecker einer Ideologie, Livestream, Manifest. Und ein Kontext von 8chan, ‘Pseudoironie’, Memen. “Ökofaschismus”, “Valhalla”, “Europa”, “Schwarze Sonne”, “the ‘x’-groups”, “Ethnonationalismus”, “Antiimperialismus”, “the capitalists”, “addiction-free community”, “The Great Replacement”, “Knight Justiciar Breivik”, “Sir Oswald Mosley”, “To Conservatives”, “To Christians”, “To Antifa/Marxists/Communists”, “To Turks”, “Diversity is weak”, “Merkel”.

Kann über dieses diffuse Kompilat einer rechtsradikalen Ideologie – mit besonders starker Nähe zum historischen Nationalsozialismus – einordnend kritisch berichtet werden, ohne sie zu ‘vollstrecken’ – als Versuch eines ‘Hack’ eines globalen Diskurses? Mit gebotener Vorsicht seien einige Versuche einer Einordnung der Täterideologie vorgestellt, zuallererst aber:

1. New Zealand Herold: “The faces of the victims” (16. März)

2. Sascha Lobo: “Der Attentäter von Christchurch verknüpft seine faschistische Ideologie mit der Netzkultur. Die mediale Verbreitung der Tat ist Teil des Terrors – wir müssen uns hüten, unabsichtlich mitzumachen.” (Der Troll-Terrorist, Spiegel.de, 17. März).

3. Kevin Roose: “A Mass Murder of, and for, the Internet” (New York Times, 15. März).

4. Maik Fielitz: “Christchurch als bitterböses Mem” (Belltower.News, 18. März)

5. Michael Blume: Eichmann, Breivik, Spencer und der Terrorangriff von Christchurch – Der Ethnonationalismus als Verbindung aus Antisemitismus und Rassismus (scilogs.spektrum.de, Natur des Glaubens, 16. März).

6. IDZ Jena: Identitärer Neorassismus: “Der große Austausch” (2018)

7. Matthias Quent: “Das Risiko für rechten Terror sei permanent sehr groß” (Vernetzung von Rechtsradikalen und Neonazis: “Wir haben feste rechtsextreme Strukturen”, Deutschlandfunk, 18. März)

8. Fabian Schmid, Laurin Lorenz: Christchurch-Attentäter bezog sich auf rechte Soldaten in Bundeswehr – deren Netzwerk führt nach Österreich (Standard, 15. März)

9. Interview mit Julian Strube: Von Aldebaran bis Vril. Interview über esoterischen Neonazismus (REMID, 2013)

10. Themenseite: Antisemitismus (REMID, 2018)

11. Christoph Wagenseil: Rechte Ideologie im esoterischen und neureligiösen Bereich (REMID, 2016)

12. Ders.: Was ist eigentlich “christlich”? Neue Antworten auf eine alte Frage (REMID, 2011)

Update: Veränderte Besetzung der Podiumsdiskussion

Mit Bedauern müssen wir mitteilen, dass Verena Maske kurzfristig ihre Teilnahme an der Podiumsdiskussion absagte. Daher hier das aktualisierte Programm mit aktualisiertem (und erweiterten) Podium:

Religionskundliche Sammlung
Landgraf-Philipp-Str. 4, 35037 Marburg

06. Februar 2019, 18 Uhr s.t.

30-JAHRE-REMID-FEIER & PODIUMSDISKUSSION

„Wie viel Religion verträgt die Öffentlichkeit?“

Wie kann Religionswissenschaft solche Fragen aus dem öffentlichen Diskurs verhandeln? Podiumsdiskussion mit Judith Stander-Dulisch, Christiane Königstedt und Robert Stephanus. Die Moderation übernimmt der REMID-Vorsitzende Christoph Wagenseil. Den Abend beschließt ein Sektempfang.

Sonderrundbrief 1/2018 erschienen & 30 Jahre REMID am 6. Februar

Liebe REMIDians und Interessierte,

der Rundbrief konnte leider 2018 nicht im üblichen Rhythmus erscheinen. Nehmen Sie mit ihm unsere Einladung für die 30-Jahres-Feier einschließlich Mitgliederversammlung zur Kenntnis.

Am 6. Februar 2019 lädt Sie REMID herzlich zu einer kleinen Feier im Rahmen der „Religion am Mittwoch“-Reihe ein, die 2017 – gemeinsam mit der Religionskundlichen Sammlung – bereits ein Jubiläum feierte. Nach der obligatorischen Mitgliederversammlung, beginnt der öffentliche Teil der Veranstaltung mit einigen Grußworten und einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wieviel Religion verträgt die Öffentlichkeit?“. Wie kann Religionswissenschaft solche Fragen aus dem öffentlichen Diskurs verhandeln? Auf dem Podium können Sie die Religionswissenschaftlerinnen Verena Maske und Judith Stander-Dulisch erleben. Die Moderation übernimmt der REMID-Vorsitzende Christoph Wagenseil.

Judith Stander-Dulisch (Ruhr-Universität Bochum, Centrum für Religionswissenschaftliche Studien)

Dissertation: Glaubenskrisen, Neue Religionen und der Papst. Religion in »Stern« und »Spiegel« von 1960 bis 2014

Forschungsschwerpunkte: Religion und Medien, Medienlinguistik, Religiöse Gegenwartskultur in Deutschland

„Der Papst twittert, die Meditations-App klingelt und dazu gibt es täglich Schlagzeilen zu religiösen Themen – Die Verbindung von Religion, Medien und Öffentlichkeit ist kein neues Phänomen, jedoch in neuen Formen vertreten. Ein kritischer Umgang mit Text und Bild scheint dabei angebracht zu sein“

Verena Maske (Leibniz Universität Hannover, Abteilung Religionswissenschaft)

Dissertationsprojekt: „Alles Ummah oder was?“ Identitätskonstruktionen junger Musliminnen zwischen Individualisierung und Vergemeinschaftung. Eine empirische Studie zur islamischen Jugendkultur in Deutschland

Forschungsschwerpunkte: Religiöse Gegenwartskultur in Deutschland, insbesondere islamische Jugendkultur, Gender und Religion, religionswissenschaftliche Theorien und Methoden

„Keine Religion ist in den Medien so präsent wie der Islam, es ist sogar von einer Muslimisierung öffentlicher Debatten die Rede. Anhand solcher islambezogenen Debatten wird über Grade und Formen der Säkularisierung ebenso wie über gesellschaftliche Werte und Normen, insbesondere bezogen auf die Geschlechterordnung, sowie über Abwertungen und Ausgrenzungen gerungen. Eine differenzierte und nach allen Seiten hin kritische religionswissenschaftliche Analyse kann dabei helfen, Debatten zu versachlichen und konstruktiv zu lenken – dies sollte sich die Religionswissenschaft stärker zur Aufgabe machen.“

Lesen Sie weiter:

Pfeil nach rechts Sonderrundbrief 1/2018.

RiB 2.0: Religionswissenschaft im Beruf – 20./21. Juli 2019

Für zwei Tage treffen sich ReligionswissenschaftlerInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im DAI in Heidelberg (jetzt: Stadthaus Mannheim)
Im Fokus steht die Fragen
Wie und wo arbeiten als ReligionswissenschaftlerIn?
Welche Kompetenzen habe ich?
Wo und wie leben andere KollegInnen?
Welche beruflichen Möglichkeiten ergeben sich bei RiB für mich?

Und ansonsten: Netzwerken, neue KollegInnen finden, Austausch, voneinander lernen und jenseits der Uni für die ReWi eine berufliche Lobby begründen.

Weiterlesen: https://rib.remid.de

 

Kurzinformation Religion: “Messianische Juden” und Themenseite: Antisemitismus

Neu auf unseren Seiten erscheint die Kurzinformation “Messianische Juden” von Martin Steiner, einmal in einer ausführlichen Version mit Anmerkungen und als gekürztes Faltblatt im üblichen Format:


Bei den sogenannten „messianischen Juden“ handelt es sich um eine junge und auch zeitgenössische Bewegung, die sich mit den Judenchristen der Antike identifiziert. Eine Kontinuität zu den zahlreichen historischen Gruppierungen jener Zeit (Ebioniten, Symmachianer, Nassaräer etc.) besteht jedoch nicht. Ein nennenswerter Teil der „messianischen Juden“ ist aufgrund des jüdischen Religionsgesetzes (Halacha) Jüdin bzw. Jude und glaubt, dass Jesus von Nazareth der (göttliche) Messias ist. Entsprechend ihrem Selbstverständnis verstehen sich messianische Juden als Teil des Judentums, teilen aber signifikant christliche Glaubensinhalte. […] Das Messiasbekenntnis „messianischer Juden“ führt in Kirche und Synagoge zu systematisch-theologischen Herausforderungen. Dort wird religiöse Zugehörigkeit als eindeutig und ausschließlich gedacht. „Messianische Juden“ sind aber nicht klar den Juden oder den Christen zuzurechnen…

Pfeil nach rechts Messianische Juden (HTML, ausführlichere Version mit Fußnoten)
Pfeil nach rechts Gekürzte Faltblatt-Version (PDF, ca. 130 KB)
Pfeil nach rechts Rubrik: Kurzinformation: Religion
Pfeil nach rechts Rubrik: Themenschwerpunkt: Religionen der Welt

Im Themenschwerpunkt Religionsfreiheit wurde der Abschnitt über Antisemitismus erweitert zu einer eigenen Themenseite:

Pfeil nach rechts Themenseite: Antisemitismus

Bitte um Mithilfe: Umfrage zu Religionen und Weltanschauungen in Deutschland


Bisher sagt unsere Umfrage zu Religionen und Weltanschauungen in Deutschland (n = 94) eher etwas darüber aus, wer sich so für Religionswissenschaft interessiert – mehr noch für das spezifisch “liberale” Profil einer Religionswissenschaft, welche ihren methodischen Agnostizismus – also die forschungsethische Voraussetzung anzunehmen, dass mensch nicht wissen kann, ob es z.B. “Gott” gibt – darin reflektiert, tendenziell “weite” Begriffe ihrer Gegenstände vorzuschlagen. Das spiegelt sich konkret darin wieder, dass insbesondere die Kategorien “Protestantismus”, “Neue religiöse Bewegungen” und “Nicht-Religiöse Weltanschauungen” in der Umfrage stark bedient worden sind. Dem entspricht auf der Gegenseite, dass gerade die Werte für Katholizismus, Orthodoxie, Judentum, Islam und Yeziden unterrepräsentiert sind. Dabei mag noch die fehlende Vernetzung mit dem Komplex “Hinduismus” gerade dort wahrscheinlich machen, dass dieser bei weniger als hundert Teilnehmer*innen noch fehlt – während etwa die Kurzinformationen zu Yeziden und Orthodoxie die beiden erfolgreichsten Unterseiten unseres Angebots darstellen. Bemerkenswert ist zudem, dass der einzige Islam-Eintrag eine alternative Texteingabe mitschickte, anstatt einen Dachverband oder eine Richtung auszuwählen.

Also bitte helfen Sie, das zu ändern und bitte verbreiten Sie den Link!

https://www.remid.de/religionsumfrage.php